Junger Rosapelikan taucht in Greifswald auf – Herkunft unklar, Umzug nach Stralsund
Ein junger Rosapelikan hat in den vergangenen Tagen für Aufsehen gesorgt, nachdem er plötzlich im Tierpark Greifswald aufgetaucht war. Wie der Tagesspiegel berichtet, setzte sich das Tier eigeninitiativ in einen Stall, konkret im Meerschweinchenhaus des Parks. Christoph Langner, Zoodirektor in Stralsund, bezeichnete das Verhalten als ungewöhnlich, da Wildvögel normalerweise keine geschlossenen Räume aufsuchen. Der Vogel wurde später in den Zoo Stralsund gebracht, wo bereits eine Gruppe Pelikane lebt. Die geselligen Tiere bräuchten eine Gemeinschaft, erklärte Langner. Der Neuankömmling habe sich dort schnell eingelebt und wirke gesund sowie gut genährt. Die Herkunft des Pelikans bleibt jedoch unklar. Laut Langner stamme das Tier vermutlich nicht aus freier Wildbahn, sondern möglicherweise aus einem anderen Zoo oder einer privaten Haltung. Auffällig sei, dass der Vogel keine Markierungen wie Ringe trage, wie der Tagesspiegel weiter berichtet.
Pelikan aus Nordhessen flog bis nach Vorpommern
Mehrere Medien spekulieren über eine mögliche Verbindung zu einem ähnlichen Fall in Nordhessen. Anfang Juni war in Willingshausen-Loshausen im Schwalm-Eder-Kreis ein junger Pelikan unbekannter Herkunft aufgetaucht, wie die Welt und n-tv berichten. Nach dem Vergleich von Fotos halte Langner es für möglich, dass es sich um denselben Vogel handele. „Von Nordhessen nach Vorpommern zu fliegen ist bei richtigem Wind für einen Pelikan machbar“, sagte der Zoodirektor. Die Tiernothilfe Schwalmstadt äußerte sich ähnlich: „Er könnte es sein. Aber wer weiß das schon.“
Zoo nimmt Pelikan auf – Rückgabe bei Anspruch möglich
Der Stralsunder Zoo hat den Pelikan vorerst aufgenommen. Sollte sich jedoch ein rechtmäßiger Besitzer melden und seinen Anspruch nachweisen können, würde das Tier wieder abgegeben werden, betonte Langner. Rosapelikane haben ein weites Verbreitungsgebiet von Südeuropa bis nach Afrika und Asien. In Deutschland stammen Sichtungen meist aus Haltungen, da hier keine Brutgebiete bekannt sind. Langner hält es jedoch für denkbar, dass sich durch die Klimaerwärmung künftig auch wildlebende Pelikane in Deutschland ansiedeln könnten – vorausgesetzt, sie überstehen den Winter.
