Mehrheit bewertet Kanzlers Vorgehen negativ – AfD legt in Umfragen zu
Die Personalentscheidungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stoßen in der Bevölkerung auf deutliche Skepsis. Laut dem aktuellen ZDF-»Politbarometer« der Forschungsgruppe Wahlen bewerten 57 Prozent der Befragten Merz’ Vorgehen bei der Neubesetzung von Spitzenämtern als eher schlecht. Nur 21 Prozent urteilen positiv, wie der Spiegel und der Tagesspiegel übereinstimmend berichten. Selbst unter CDU/CSU-Anhängern überwiegt mit 43 Prozent leicht die Kritik, während 39 Prozent die Maßnahmen eher gut finden. Auch die Arbeit der Bundesregierung insgesamt wird von 68 Prozent der Befragten als eher schlecht eingestuft, nur 28 Prozent sehen sie positiv. Merz’ eigene Leistungen bewerten sogar 70 Prozent als eher schlecht, wie die Welt ergänzend berichtet. Die Umfrage basiert auf 1.405 repräsentativen Befragungen zwischen dem 28. und 30. Juli 2026.
AfD führt Umfrage mit 28 Prozent
Gleichzeitig zeigt das »Politbarometer« einen deutlichen Vorsprung der AfD, die mit 28 Prozent (plus 1) vor der Union (23 Prozent) liegt. Grüne und Linke verlieren je einen Prozentpunkt und kommen auf 13 bzw. 12 Prozent, während die SPD bei 12 Prozent stagniert. Die FDP würde mit 4 Prozent nicht in den Bundestag einziehen. Die aktuelle schwarz-rote Koalition hätte damit keine Mehrheit.
Merz nur 15 Prozent Zustimmung erhalten
Eine weitere Umfrage von Forsa im Auftrag von RTL Deutschland unterstreicht die Unzufriedenheit mit Merz: Nur 15 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden, 83 Prozent unzufrieden, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet. Besonders kritisch fällt die Bewertung außerhalb der eigenen Anhängerschaft aus. Unter SPD-Anhängern sind 79 Prozent unzufrieden, bei Grünen 88 Prozent, bei der Linken 95 Prozent und bei der AfD 98 Prozent.
Regierungsumbau weckt kaum Hoffnung
Die Personalrochade selbst löst ebenfalls wenig Optimismus aus. Nur 17 Prozent der Befragten im »Politbarometer« glauben, dass die Regierungsarbeit durch die Veränderungen besser wird. 13 Prozent erwarten eine Verschlechterung, 61 Prozent sehen keine großen Auswirkungen. Gleichzeitig halten 55 Prozent eine Neubesetzung von Spitzenämtern grundsätzlich für positiv.
Merz setzt auf Personalrochade nach Spahn-Rücktritt
Merz hatte den Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn genutzt, um einen größeren Umbau in Fraktion, Regierung und Partei vorzunehmen. Vor allem der Austausch von Verkehrsminister Patrick Schnieder sorgte für Unmut in der CDU. Die Ernennung neuer Minister zog sich über elf Tage hin, bis der Großteil der Umbesetzungen am Mittwoch abgeschlossen wurde.
FDP-Politiker Wolfgang Kubicki fordert unterdessen öffentlich, Merz solle im Bundestag die Vertrauensfrage stellen. Kubicki wirft dem Kanzler vor, das Vertrauen der Bevölkerung zerstört zu haben, und zweifelt an dessen politischer Autorität. Die Forderungen unterstreichen die wachsende innerparteiliche und gesellschaftliche Kritik an Merz’ Führung.