Heute wird gewählt: Am Sonntag, 13. September, entscheiden die Niedersachsen darüber, wer in den kommenden fünf Jahren in den Räten und Kreistagen sitzt. Vielerorts werden gleichzeitig Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte direkt gewählt. Auch in Osnabrück geht es um zwei Entscheidungen: den neuen Stadtrat und die Oberbürgermeisterin oder den Oberbürgermeister.
HASEPOST erklärt, wer was wählt, wie viele Kreuze erlaubt sind und wann am Sonntagabend mit Ergebnissen zu rechnen ist.
Wer oder was wird bei einer Kommunalwahl überhaupt gewählt?
Kommunalwahl ist zunächst ein Sammelbegriff. Gewählt werden die politischen Vertretungen vor Ort: Gemeinderäte, Stadträte und Kreistage, je nach Kommune zusätzlich Samtgemeinde- oder Ortsräte. Diese Gremien entscheiden beispielsweise über den kommunalen Haushalt, Schulen und Kitas, Straßen, Stadtentwicklung, Kultur, Sport oder den Nahverkehr.
Davon zu unterscheiden sind die sogenannten Direktwahlen. Dabei wird nicht ein Gremium, sondern eine einzelne Person gewählt: in einer Stadt die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister beziehungsweise in einer kreisfreien Stadt wie Osnabrück die Oberbürgermeisterin oder der Oberbürgermeister; in einem Landkreis die Landrätin oder der Landrat.
Der Unterschied ist wichtig: Rat und Kreistag sind die gewählten politischen Vertretungen. Oberbürgermeister und Landrat leiten dagegen hauptamtlich die jeweilige Verwaltung und vertreten Stadt beziehungsweise Landkreis nach außen. Kraft ihres Amtes gehören sie zugleich der jeweiligen Vertretung an.
Die Mitglieder der Räte und Kreistage werden für fünf Jahre gewählt. Für die jetzt neu gewählten Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte gilt nach einer Gesetzesänderung wieder eine Amtszeit von acht Jahren.
Warum wählen Osnabrücker keinen Landrat?
Die Stadt Osnabrück ist eine kreisfreie Stadt. Wer innerhalb der Stadtgrenzen wohnt, wählt deshalb den Rat der Stadt Osnabrück und die Oberbürgermeisterin oder den Oberbürgermeister – aber weder den Kreistag noch die Landrätin oder den Landrat des Landkreises Osnabrück.
Anders sieht es beispielsweise in Wallenhorst, Belm, Bissendorf oder Georgsmarienhütte aus. Dort wählen die Bürger ihren jeweiligen Gemeinde- oder Stadtrat und – sofern eine Direktwahl ansteht – ihren Bürgermeister. Zusätzlich bestimmen sie über die Zusammensetzung des Kreistags und über die neue Landrätin oder den neuen Landrat des Landkreises Osnabrück. In Samtgemeinden können noch weitere Stimmzettel hinzukommen.
Dass das Kreishaus des Landkreises ausgerechnet in der kreisfreien Stadt Osnabrück steht, ändert daran nichts.
Wer darf in Osnabrück wählen?
Wahlberechtigt sind Deutsche und Staatsangehörige anderer EU-Mitgliedstaaten, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind, seit mindestens drei Monaten in Osnabrück wohnen, nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen und im Wählerverzeichnis eingetragen sind beziehungsweise einen Wahlschein besitzen.
Damit können bei der Kommunalwahl auch 16- und 17-Jährige abstimmen. Insgesamt sind in Osnabrück gut 120.000 Menschen wahlberechtigt.
Die Wahllokale sind am Wahl-Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wichtig: Zur Kommunalwahl wurden die Wahlbereiche und Wahlbezirke teilweise neu zugeschnitten. Das gewohnte Wahllokal muss deshalb nicht unbedingt auch diesmal das richtige sein. Ein Blick auf die Wahlbenachrichtigung lohnt sich.
Was muss ich ins Wahllokal mitnehmen?
Am einfachsten ist es, die Wahlbenachrichtigung mitzubringen. Wer sie verlegt oder verloren hat, verliert damit aber nicht sein Wahlrecht. Wer im Wählerverzeichnis steht, kann sich im zuständigen Wahllokal auch mit Personalausweis oder Reisepass ausweisen.
Wer unsicher ist, welches Wahllokal zuständig ist, findet die Angabe auf der Wahlbenachrichtigung. Die Stadt bietet außerdem eine Online-Suche nach dem zuständigen Wahllokal an.
Für plötzlich erkrankte Wahlberechtigte gibt es am Sonntag noch eine Sonderregelung: Unter bestimmten Voraussetzungen können Briefwahlunterlagen durch eine bevollmächtigte Person noch bis 15 Uhr beim Wahlbüro abgeholt werden.
Zwei Stimmzettel in der Stadt Osnabrück
Osnabrücker erhalten im Wahllokal zwei Stimmzettel.
Der deutlich umfangreichere ist für die Wahl des Stadtrats. Osnabrück ist dafür in acht Wahlbereiche eingeteilt. Deshalb sieht der Ratsstimmzettel nicht überall in der Stadt identisch aus: Auf ihm stehen die Parteien und Wählergruppen sowie die Kandidaten, die im jeweiligen Wahlbereich antreten.
Gewählt werden insgesamt 50 Ratsmitglieder. Hinzu kommt die direkt gewählte Oberbürgermeisterin oder der Oberbürgermeister als weiteres Mitglied des Rates.
Der zweite und wesentlich übersichtlichere Stimmzettel ist für die OB-Wahl. Hier stehen sechs Bewerber zur Wahl: Katharina Pötter (CDU), Volker Bajus (Grüne), Robert Alferink (SPD), Oliver Hasskamp (FDP), Thomas Groß (Linke) und Thorsten Wassermann (AfD).
Wie viele Stimmen habe ich bei der Kommunalwahl in Osnabrück?
Anders als bei Bundestags- oder Landtagswahlen haben die Osnabrücker für die Wahl des Stadtrats drei Stimmen.
Die können sehr frei verteilt werden. Alle drei Stimmen dürfen einer einzigen Partei beziehungsweise Liste gegeben werden. Ebenso können alle drei Kreuze bei einem einzelnen Kandidaten gemacht werden. Dieses „Häufeln“ von Stimmen wird Kumulieren genannt.
Die drei Stimmen können aber auch auf unterschiedliche Parteien und Kandidaten verteilt werden – beispielsweise eine Stimme für eine Liste und zwei Stimmen für Kandidaten anderer Listen. Das nennt sich Panaschieren.
Entscheidend ist nur: Mehr als drei Stimmen auf dem Stimmzettel für den Stadtrat sind nicht erlaubt.
Bei der Oberbürgermeisterwahl ist es einfacher: Hier gibt es genau eine Stimme.
In Summe dürfen also vier Kreuzchen gemacht werden. Auf dem einen Wahlzettel für den Stadtrat drei, und für die Wahl der Oberbürgermeisterin oder des Oberbürgermeisters eine Stimme.
Welche Bedeutung hat die Briefwahl in Osnabrück?
Ein erheblicher Teil der Kommunalwahl ist bereits vor dem eigentlichen Wahltag gelaufen. Schon Anfang September hatte knapp ein Viertel der Osnabrücker Wahlberechtigten Briefwahl beantragt. Das entsprach grob 30.000 Menschen. Bis zum Ende der Briefwahlphase dürfte die Zahl noch gestiegen sein.
Der hohe Briefwahlanteil dürfte dazu führen, dass ein beträchtlicher Teil der Osnabrücker bereits gewählt hatte, bevor der Wahlkampf in seine letzten Tage ging.
Wann und wo gibt es am Sonntag Ergebnisse zur Kommunalwahl in Osnabrück?
Um 18 Uhr schließen die Wahllokale. Danach beginnt die öffentliche Auszählung. In Osnabrück wird zunächst die Oberbürgermeisterwahl ausgezählt. Weil dabei lediglich ein Stimmzettel mit einer Stimme zu zählen ist, dürfte sich dort vergleichsweise schnell ein belastbares Bild ergeben.
Die Stadt rechnet damit, dass sich gegen 20 Uhr bereits klarer abzeichnet, wie die OB-Wahl ausgegangen ist. Bei der Ratswahl dauert es länger: Dort müssen die jeweils drei Stimmen ausgewertet und Parteien, Listen und einzelnen Kandidaten zugeordnet werden.
Die HASEPOST berichtet am Sonntagabend aktuell über die Ergebnisse der Oberbürgermeister- und Kommunalwahl in Osnabrück. Interessant wird dabei nicht nur, welche Partei stärkste Kraft wird, sondern auch, wie sich die 50 Sitze im neuen Rat verteilen. In unserer Wahlprognose hatten wir zuletzt ein enges Rennen zwischen CDU, SPD und Grünen erwartet.
Wann kommt es zur Stichwahl?
Für einen Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl reicht es nicht, im ersten Wahlgang einfach die meisten Stimmen zu bekommen. Ein Kandidat muss mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erreichen.
Schafft das am Sonntag niemand, treten die beiden Bewerber mit den meisten Stimmen zwei Wochen später erneut gegeneinander an. Die Stichwahl findet dann am Sonntag, 27. September, statt.
Dabei beginnt alles wieder bei null: Es gibt einen neuen Stimmzettel mit nur noch zwei Namen und jeder Wahlberechtigte hat eine Stimme. Gewählt ist, wer in der Stichwahl mehr Stimmen erhält.
Die neue achtjährige Amtszeit der Oberbürgermeisterin beziehungsweise des Oberbürgermeisters beginnt am 1. November 2026.
Und wann übernimmt der neue Stadtrat?
Auch für den Stadtrat beginnt die neue Wahlperiode am 1. November 2026. Die erste, sogenannte konstituierende Sitzung des neu gewählten Rates der Stadt Osnabrück ist für Dienstag, 3. November 2026, um 17 Uhr vorgesehen.
Dann kommen die 50 neu gewählten Ratsmitglieder erstmals offiziell zusammen. Gemeinsam mit der neu gewählten oder wiedergewählten Oberbürgermeisterin beziehungsweise dem Oberbürgermeister beginnt damit die politische Arbeit des Rates, den die Osnabrücker heute wählen.
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