Unser wohl ältester Mitarbeiter meldet sich zurück! Unsere Leserinnen und Leser lieben ihn oder sie lehnen ihn und seine Ansichten oft auch vehement ab. Genau wie sein historisches Vorbild macht „unser Justus“ aus seiner liberal-konservativen Weltanschauung keinen Hehl, und das schon seit inzwischen deutlich mehr als 100(!) Kolumnen, die bereits seit 2015 exklusiv bei der HASEPOST erscheinen.
Guten Abend,
heute ist Kommunalwahl in Niedersachsen. Da kann der Bürger durch seine Stimmabgabe die Geschicke in seiner Stadt oder Gemeinde für die nächsten fünf Jahre mitbestimmen. In Osnabrück haben die Grünen die letzte Kommunalwahl 2021 mit großer Mehrheit gewonnen. Seitdem ist es in der Hasemetropole kontinuierlich bergab gegangen, wirtschaftlich, städtebaulich, verkehrstechnisch, kulturell. Es wird eine Kommunalpolitik für wenige mit dem Steuergeld von vielen betrieben, ausschließlich orientiert an der eigenen Klientel und dem eigenen ideologischen Weltbild. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter versucht zwar, die schlimmsten Auswüchse zu verhindern. Oft stand sie dabei aber allein auf weiter Flur, weil ihrer CDU die notwendige Mehrheit fehlte. Die SPD machte sich währendessen zum Steigbügelhalter der grünen Phantastereien und ließ ein eigenes Profil gänzlich vermissen. CDU und FDP opponierten ab und zu, sie waren jedoch machtlos gegen die erdrückende grünrote Übermacht im Stadtrat.
Im Rückblick muß man feststellen, daß die letzten fünf Jahre verlorene Zeit für Osnabrück waren. Außer der Verschandelung des Galeria Kaufhof-Gebäudes, endloser Sperrungen durch Dauerbaustellen, der Verabschiedung eines völlig weltfremden und irrsinnigen Radentscheides sowie der Errichtung einer Tanzfläche auf dem zubetonierten Ledenhof wird von der Kommunalpolitik aus dieser Zeit nichts in Erinnerung bleiben. Die Wirtschaft macht mittlerweile einen großen Bogen um Osnabrück, weil sie hier schlechte Rahmenbedingungen vorfindet. Die städtische Baugesellschaft WiO bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Das kulturelle Leben liegt bis auf ein paar öffentlich geförderte Events aus der linksgrünen Ecke völlig brach. Und spannendes Nachtleben sucht man hier ebenfalls vergebens.
Um diesen Zustand zu verbessern, hat der Bürger nun die Qual der Wahl. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt war von Grünen und SPD gern vom taktischen Wählen die Rede. Damit wollte man eine Regierungsübernahme durch die AfD verhindern. Früher nannte man sowas Leihstimmen. Ich finde das eine gute Idee. Man soll sich einfach reiflich überlegen, welcher Partei man seine Stimme gibt, um bessere Politik zu ermöglichen. Nach Jahren der Stagnation hat Osnabrück einen Politikwechsel mehr als nötig. Eine gute Taktik kann hierbei nicht schaden. Ein ‚Weiter so‘ würde die Mißstände unweigerlich zementieren. Dadurch wäre niemandem geholfen, am wenigsten den Osnabrücker Bürgern. Denn die müssen den ganzen Wahnsinn am Ende ausbaden.
Herzlichst
Ihr Justus Möser
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