Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schließt nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) eine Umbildung des Kabinetts nicht aus. Im ZDF-Sommerinterview sprach er von einer möglichen Gelegenheit, über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken, betonte aber den vorläufigen Charakter solcher Überlegungen. Zugleich kündigte er Beratungen in den Parteigremien über die Nachfolge Spahns an.
Merz denkt über Umbildung der Bundesregierung nach
Bundeskanzler Friedrich Merz sagte am Sonntag im ZDF-Sommerinterview: „Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken“. Dabei spreche er aber im Konjunktiv. Eine Kabinettsumbildung schloss er nicht aus.
Zu Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU), der von vielen Beobachtern als möglicher Nachfolger von Spahn genannt wird, erklärte Merz im ZDF-Sommerinterview, dass er nicht wisse, wer Frei zum „Top-Kandidaten“ ernannt habe – er höre das „zum ersten Mal“. Merz schloss diese Personallösung aber auch nicht aus.
Beratung in Parteigremien zur Spahn-Nachfolge
Merz kündigte an, dass in den kommenden Tagen die Nachfolge von Jens Spahn in den Gremien der Partei besprochen werden solle. Zu Spahn sagte er im ZDF-Sommerinterview, dass dieser die Partei und die Fraktion erst „sehr spät“ über die Hintergründe seiner Vaterschaft informiert habe. „Wenn wir Zeit gehabt hätten, hätten wir das in Ruhe besprechen können, aber die Zeit hatten wir nicht.“
Spahn war gestern von seinem Amt als Fraktionschef zurückgetreten. Er hatte mit der Bekanntgabe seiner Vaterschaft massive Kritik ausgelöst, weil er und sein Partner dabei offenbar auf eine Leihmutter im Ausland zurückgriffen, obwohl sich Spahn in Deutschland dafür eingesetzt hatte, das Modell Leihmutterschaft weiterhin zu verbieten.
Hintergrund des Rücktritts
Der Rücktritt Spahns als Fraktionschef erfolgte vor dem Hintergrund der öffentlichen Debatte über seine persönliche Familiengründung und seine politische Haltung zur Leihmutterschaft. Die von ihm und seinem Partner gewählte Inanspruchnahme einer Leihmutter im Ausland steht im Kontrast zu seinem bisherigen Einsatz in Deutschland, das Modell Leihmutterschaft weiterhin zu verbieten.
