Doppelsieg bei Leichtathletik-EM: Zehnkampf und Hindernislauf mit deutschen Erfolgen.
Am vierten Wettkampftag der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham feierte das deutsche Team zwei Goldmedaillen. Hindernisläuferin Gesa Krause sicherte sich den Titel über 3.000 Meter Hindernis, während Leo Neugebauer im Zehnkampf als Europameister triumphierte. Beide Athleten zeigten dabei außergewöhnliche Leistungen unter schwierigen Bedingungen. Krause gewann mit einem unnachahmlichen Schlussspurt ihren dritten EM-Titel nach 2016 und 2018, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Neugebauer verteidigte seinen Vorsprung im abschließenden 1.500-Meter-Lauf knapp vor seinem Teamkollegen Niklaus Kaul, der Silber holte. "Also zwei Medaillen für Deutschland im Zehnkampf: Es geht gar nicht besser", sagte Neugebauer nach dem Rennen. Bronze ging an Olivia Gürth im Hindernislauf sowie an Diskuswerfer Henrik Janssen, der mit einer Saisonbestleistung von 69,53 Metern seine erste EM-Medaille gewann. Der Sieg im Diskuswurf sicherte sich der Slowene Kristjan Ceh mit Meisterschaftsrekord von 72,51 Metern, wie der Bayerische Rundfunk (BR) meldet.
Doch nicht alle Athleten waren mit dem Tag zufrieden
Doch nicht alle Athleten waren mit dem Tag zufrieden. Teamkollegin Lea Meyer kritisierte Krauses Renntaktik, da diese sich lange im Windschatten aufgehalten habe. Meyer, die selbst nach einem Sturz am letzten Wassergraben auf den vierten Platz zurückfiel, äußerte sich enttäuscht: "Gesa will einfach keinen Meter was machen. Die sitzt es aus und rennt da hinten raus", zitiert der Tagesspiegel. Krause reagierte gelassen und betonte, dass sie den Sturz Meyers bedauere, aber jede Athletin selbst über ihre Taktik entscheide.
Zehnkampf-Chaos durch falsche Stabhöhe
Besonders dramatisch verlief der Zehnkampf für Neugebauer. Am zweiten Wettkampftag gab es Chaos im Stabhochsprung: Die Latte war fälschlicherweise auf 4,70 Meter statt der geforderten 4,80 Meter eingestellt, wie die dpa berichtet. Zudem waren die Abstände der Ständer nicht korrekt justiert. Neugebauer verletzte sich bei einem Wiederholungsversuch an der Wade, erhielt aber nach Protest eine weitere Chance. Trotz der Hitze von 35 Grad und der Verzögerungen überquerte er schließlich sogar 4,90 Meter. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Neugebauer. Bundestrainer Jörg Roos sprach von einer "Wettkampfverzerrung". Kaul, der in einer anderen Gruppe startete, blieb von den Problemen verschont und steigerte sich von Bestleistung zu Bestleistung.