Leihmutter in den USA bringt Sohn Georg zur Welt – Debatte über Ethik
Unionsfraktionschef Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke haben die Geburt ihres Sohnes Georg bekannt gegeben. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, kam der Junge in den USA durch eine Leihmutter zur Welt. Spahn äußerte sich gegenüber dem Blatt mit den Worten: „Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm. Georg ist unser ganzes Glück. Dieses Gefühl lässt sich kaum in Worte fassen.“ Das Paar betonte, die Leihmutter solle künftig eine Rolle im Leben des Kindes spielen und gehöre „quasi zur Familie“. Daniel Funke fügte hinzu: „Uns ist bewusst, dass beim Thema Leihmutterschaft oft Unsicherheit herrscht und auch manches Vorurteil besteht.“ Er zitierte dabei Franz Beckenbauer mit den Worten: „Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.“
Spahns Kinderwunsch bleibt unerfüllt
Spahns Büro bestätigte die Medienberichte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa), ohne weitere Details preiszugeben. Der 46-Jährige und Funke (45) sind seit 2017 verheiratet. In der Vergangenheit hatte Spahn seinen Kinderwunsch öffentlich thematisiert, etwa 2021 in der „Bunten“ mit den Worten: „Ich denke, wir wären gute Eltern.“ Im November 2025 sagte er in der ntv-Sendung „Pinar Atalay“, der Wunsch habe sich bisher nicht erfüllt, die Voraussetzungen seien „schwieriger“ geworden.
Leihmutterschaft in Deutschland verboten
In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten, Verträge gelten als sittenwidrig und sind rechtlich wirkungslos. Die rechtliche Mutter ist stets die gebärende Frau. Eine Debatte über das Thema hatte es bereits im April gegeben, als der CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Streeck und sein Ehemann Paul Zubeil ihre Elternschaft bekanntgaben – auch ihr Kind wurde in den USA geboren, wie die „Bunte“ berichtete. Eine von der Ampel-Regierung 2023 eingesetzte Kommission kam zu dem Schluss, dass eine Legalisierung der Eizellenspende verfassungsrechtlich möglich wäre, die kommerzielle Leihmutterschaft jedoch verboten bleiben solle. Eine altruistische Variante wäre dem Gesetzgeber rechtlich möglich, sofern sie auf Ausnahmefälle beschränkt würde.
CDU lehnt Leihmutterschaft strikt ab
Die CDU bekräftigte im Februar 2026 auf ihrem Parteitag ihre Ablehnung von Leihmutterschaft, auch in altruistischen Modellen, um Missbrauch und Ausbeutung zu verhindern. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) betonte im Mai, es gebe keine Mehrheit in der Bundesregierung für eine Gesetzesänderung. In den USA ist Leihmutterschaft nicht bundesweit geregelt, sondern variiert je nach Bundesstaat. Eine nachträgliche rechtliche Anerkennung der Elternschaft in Deutschland ist erforderlich.
Spahns Haltung zur Leihmutterschaft wandelt sich
Spahn selbst hatte sich 2015 in einem „GQ“-Beitrag noch zurückhaltend zur Leihmutterschaft geäußert: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden.“ Damals fügte er hinzu, die Akzeptanz, nicht auf natürlichem Weg Vater zu werden, erfordere Demut. Der Name Georg geht auf Spahns Vater zurück, der im April 2024 verstorben war. Laut „Spiegel“ halten sich Spahn und Funke derzeit in den USA auf und planen, bis Anfang August dort zu bleiben.
