Der italienische Fernzugbetreiber Italo will seinen für 2028 geplanten Markteintritt in Deutschland nicht verschieben. Vorstandschef Gianbattista La Rocca bekräftigt die Pläne trotz anhaltender Unsicherheit beim Zugang zum deutschen Schienennetz und pocht auf langfristige Zusagen. Die Deutsche-Bahn-Managerin Evelyn Palla verweist dagegen auf anstehende Neuregelungen auf EU-Ebene und stellt den Zeitpunkt eines neuen Modells infrage.
Italo pocht auf Starttermin 2028
Der italienische ICE-Konkurrent Italo lehnt es ab, seinen für 2028 geplanten Start in Deutschland um drei Jahre nach hinten zu verschieben. Das sagte Vorstandschef Gianbattista La Rocca dem „Handelsblatt“.
Im Streit um den Zugang zum deutschen Schienennetz fordert Italo statt der bislang jährlich zu verlängernden Genehmigung eine Zusage über zehn bis 15 Jahre. Bahnchefin Evelyn Palla hatte auf Brüssel verwiesen. 2031 werde dort die Trassenvergabe ohnehin neu geregelt, sagte sie dem „Handelsblatt“. „Ob es sinnvoll ist, kurz davor ein anderes Modell einzuführen, überlasse ich dem Urteil eines jeden Einzelnen“, sagte Palla dem „Handelsblatt“.
Italo sieht Investitionen in Gefahr
Eine zusätzliche Wartezeit wies der Italo-Chef zurück. „Wir haben die Reise vor mehr als einem Jahr und drei Monaten begonnen, die Gesellschaft gegründet, bereits mehr als 25 Millionen Euro investiert“, sagte er dem „Handelsblatt“. Mit Siemens habe man Vorverträge unterzeichnet und die Produktion bereits um zehn Monate aufgeschoben.
Falls es Ende Juni keine Zusage der Bundesnetzagentur für eine längere Trassenzusage gebe, stehe man vor einem Dilemma, so La Rocca. Bei Siemens schließe sich das Produktionsfenster in der Fabrik. „Wenn wir alles verschieben müssen, ändert sich fast alles. Timing, Kosten, Strategie“, sagte La Rocca dem „Handelsblatt“. „Deshalb ist der Zeitpunkt, ab dem der erste Fahrgast einsteigt, eine Variable von sehr großer Bedeutung“, sagte er dem „Handelsblatt“.
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