Deutsche Wirtschaft erholt sich – doch Inflation und Schulden steigen
Die deutsche Wirtschaft zeigt Anzeichen einer Erholung. Das Ifo-Institut in München hat seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr deutlich auf 1,4 Prozent angehoben, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Damit liegt die Schätzung 0,6 Prozentpunkte über der vorherigen Erwartung. Für 2027 rechnen die Münchner Ökonomen mit einem Plus von 1,2 Prozent, für 2028 dann mit 0,8 Prozent.
Wirtschaftsinstitute korrigieren BIP-Prognosen nach oben
Auch andere Institute wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) und das RWI in Essen haben ihre Prognosen nach oben korrigiert und erwarten ein BIP-Wachstum von jeweils 1,3 Prozent für 2026, wie der Spiegel meldet. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte seine Prognose bereits zuvor von 0,5 auf 1,2 Prozent verdoppelt. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sprach sogar von einer möglichen Trendwende, wobei rund 70 Prozent des Wachstums auf öffentlichen Konsum und Investitionen zurückgehen. Die staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung stützen laut Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser die Konjunktur und federn den Energiepreisschock sowie Niedrigwasser auf den Flüssen ab.
Exporte übertreffen Erwartungen dank EU- und US-Nachfrage
Besonders die Exporte entwickeln sich besser als erwartet. Das IfW rechnet für 2026 mit einem Exportplus von 3,8 Prozent, wie der Spiegel berichtet. Die Nachfrage aus der Europäischen Union und den USA habe sich erholt, so RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt. Dennoch bleiben strukturelle Probleme wie hohe Energiepreise, Bürokratie und schwache Wettbewerbsfähigkeit bestehen, die die Erholung bremsen.
Inflation und Schulden steigen trotz Konjunkturaufschwung
Gleichzeitig steigen die Inflationsrate und die Staatsverschuldung. Das Ifo-Institut erwartet eine Teuerungsrate von 2,8 Prozent in diesem und 3,0 Prozent im kommenden Jahr, während das IfW von 2,7 Prozent ausgeht. Das staatliche Finanzierungsdefizit könnte laut Ifo von 3 Prozent des BIP im vergangenen Jahr bis 2028 auf 4,6 Prozent anschwellen. Trotz der positiven Signale warnen die Institute vor Rückschlägen durch geopolitische Spannungen oder neue Handelskonflikte.