Henning Höne verzichtet auf eine Kandidatur für den FDP-Bundesvorsitz und strebt stattdessen das Amt des ersten stellvertretenden Bundesvorsitzenden an. Damit ebnet der nordrhein-westfälische FDP-Politiker den Weg für Wolfgang Kubicki, der nun ohne innerparteilichen Gegenkandidaten für den Vorsitz auf dem Parteitag Ende Mai antritt. Beide verstehen die Entscheidung als Signal zur Bündelung der Kräfte in der Partei.
Gemeinsame Planung des Rückzugs
Henning Höne zieht seine Kandidatur für den FDP-Vorsitz zurück und will auf dem Parteitag Ende Mai nur noch als erster stellvertretender Bundesvorsitzender kandidieren. Damit macht er den Weg frei für Wolfgang Kubicki, der weiterhin und nun ohne Konkurrenten für den Bundesvorsitz antritt.
In einem Doppelinterview mit der FAZ, das in der Samstagausgabe erscheinen soll, betonte Höne die Dringlichkeit einer geschlossenen Partei. „Wir müssen alle zusammenführen, denen Freiheit wichtig ist. Und das muss schnell geschehen. Auch mit Blick auf die aktuelle Krise der Bundesregierung“, sagte Höne der FAZ. Beide Politiker erklärten laut FAZ, dass sie den Schritt in den vergangenen Tagen gemeinsam geplant hätten. Ziel sei es, dass die FDP Kräfte bündele.
Rollenverteilung und innerparteiliche Einbindung
Kubicki stellte in Aussicht, Höne eng einzubinden. Er erinnerte gegenüber der FAZ an seine frühere Zusammenarbeit mit dem damaligen FDP-Chef Christian Lindner in den Jahren nach 2013. „Damals hieß das Team Lindner-Kubicki, jetzt heißt es Kubicki-Höne“, sagte Kubicki der FAZ. Höne habe schon deshalb eine „herausgehobene Rolle“, weil er als Vorsitzender der nordrhein-westfälischen FDP Chef des größten Landesverbands sei und Fraktionsvorsitzender in einem der wenigen Landtage, in denen die FDP noch vertreten sei. Aktuell ist Höne – wie auch Kubicki – bereits Vizevorsitzender der Partei.
Höne widersprach in dem FAZ-Interview dem Eindruck, seine Entscheidung sei durch mangelnden Zuspruch aus der Partei motiviert. „Aber in einer solchen Situation sind alle Beteiligten aufgefordert, die Lage fortlaufend neu zu bewerten“, sagte er der FAZ. Zuletzt hätten Parteifreunde immer öfter den Wunsch an ihn und Kubicki herangetragen, eine Lösung zu finden, die beide einbinde. Kubicki hatte in den vergangenen Wochen in Aussicht gestellt, sich ganz aus der Parteiführung zurückzuziehen, sollte er im Kampf um den Chefposten unterliegen.
Unterschiedliche Stile, gemeinsamer Kurs
Kubicki und Höne zeigten sich gegenüber der FAZ zuversichtlich, dass ihre Politikstile miteinander vereinbar seien. „Natürlich gibt es unterschiedliche Stile und unterschiedliche Beweggründe“, sagte Höne der FAZ. „Aber die Menschen draußen warten nicht auf eine Einheits-FDP, sondern auf eine mit klarem Kompass, aber mit unterschiedlichen Köpfen und Charakteren.“ Höne beschrieb in der FAZ eine Arbeitsteilung, wonach Kubicki sich künftig „schwerpunktmäßig um Berlin“ kümmern werde, er selbst um die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im kommenden Frühjahr.
Offen ließ Kubicki im Gespräch mit der FAZ, ob er in einem Jahr, wenn die FDP abermals den Bundesvorstand neu wählt, erneut als Chef antreten will. „Das entscheiden wir rechtzeitig vorher“, sagte er der FAZ.
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