Der frühere Fußball-Nationalelfkapitän Ilkay Gündogan hat sich kritisch zum Einfluss von Expertenmeinungen auf Profis geäußert. Unsachliche und öffentlichkeitswirksame Kritik könne empfindliche Spieler belasten, sagte der 35-Jährige dem "Spiegel". Zugleich bewertete er eine Äußerung von TV-Experte Jürgen Klopp über Bundestrainer Julian Nagelsmann als „flapsig“, aber verkraftbar.
Ilkay Gündogan kritisiert Experten: „Manche wollen heute selbst die Stars sein“
Kritik an öffentlicher Bewertung durch Experten
Der frühere Fußball-Nationalelfkapitän Ilkay Gündogan sieht den Einfluss von Expertenmeinungen kritisch. Er kenne Profis, die in der Halbzeitpause ihren Namen gegoogelt hätten, um zu lesen, was über ihre Leistungen bis dahin geschrieben wurde, sagte der 35-Jährige dem „Spiegel“. Natürlich seien das Einzelfälle gewesen, aber es zeige, wie wichtig es manchen Spielern sei.
Experten, die nur „draufhauen“ würden, könne er nicht verstehen. „Manche wollen heute selbst die Stars sein. Für Spieler kann das Folgen haben“, so Gündogan gegenüber dem „Spiegel“. Unsachliche Kritiken würden ihn ärgern. „Sie ziehen Spieler runter, besonders, wenn sie sensibel sind. Und glauben Sie mir: Viele von uns Fußballern sind sensibel“, sagte Gündogan dem „Spiegel“.
Einschätzung zur Klopp-Äußerung über Nagelsmann
Die Äußerung von TV-Experte Jürgen Klopp in Richtung Bundestrainer Julian Nagelsmann zu WM-Beginn, Nagelsmann würde „noch“ die Aufstellung machen, empfand Gündogan im „Spiegel“ als „flapsigen Spruch“ und „etwas unglücklich“. Aber: „Anders als Spieler dürfen Trainer nicht zu sensibel sein. Julian ist das nicht“, so Gündogan im Gespräch mit dem „Spiegel“.
Gündogans Laufbahn im Nationalteam und bei Vereinen
Gündogan führte die Elf des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei der EM 2024 in Deutschland an. Er hat 82 Länderspiele absolviert und an vier großen Turnieren für den DFB teilgenommen. Mit Manchester City wurde er 2023 Champions-League-Sieger und insgesamt fünfmal englischer Meister. Er spielte unter Erfolgstrainern wie Pep Guardiola, Jürgen Klopp, Joachim Löw und Hansi Flick. Seit 2025 läuft der zentrale Mittelfeldspieler für den türkischen Traditionsclub Galatasaray Istanbul auf.
