Im Streit um die gesperrte Bonner Nordbrücke auf der A565 hat Grünen-Verkehrspolitiker Tarek Al-Wazir der Bundesregierung eine verfehlte Prioritätensetzung bei Infrastrukturprojekten vorgeworfen. Er kritisierte insbesondere Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) für dessen Schwerpunkt auf Neubauten statt auf die Sanierung bestehender Verkehrswege.
Vorwurf falscher Prioritäten bei der Infrastruktur
Tarek Al-WazirPatrick Schnieder (CDU) zu viel Wert auf den Bau neuer Autobahnen lege. Dies führe dazu, dass Geld und planerische Kapazitäten für die Sanierung bestehender Bauten fehlten, sagte Al-Wazir dem Sender.
Kritik an Planungen für die Nordbrücke
Al-Wazir kritisierte zudem, dass das Bundesverkehrsministerium bei einem Neubau der gesperrten Nordbrücke in Bonn eine massive Verbreiterung verlangt habe, was die Planungen wesentlich aufwendiger mache. Er forderte, dass die Sanierung bestehender Bauwerke „absolute Priorität“ haben müsse. Derzeit seien lediglich 2,5 Milliarden Euro jährlich aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur für Sanierungen vorgesehen, während Kosten aus dem regulären Haushalt in das Sondervermögen verschoben würden.
Vollsperrung der Friedrich-Ebert-Brücke und Folgen
Die 1967 errichtete Friedrich-Ebert-Brücke, Teil der Autobahn 565, wurde am Mittwochnachmittag aufgrund struktureller Schäden am Tragwerk der Vorlandbrücke am linken Rheinufer kurzfristig voll gesperrt. Dies führte zu massiven Verkehrsbehinderungen in der Region Bonn/Rhein-Sieg. Bundesverkehrsminister Schnieder hatte bei einem Besuch vor Ort schnellstmögliche Abhilfe zugesichert. Derzeit wird geprüft, ob die Brücke vorübergehend stabilisiert werden kann, um zumindest eine eingeschränkte Nutzung bis zu einem Neubau zu ermöglichen.
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