Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert, die geplante Wochenarbeitszeit zwingend an Tarifverträge zu koppeln. Andernfalls drohe ein gesetzlicher 13-Stunden-Tag, warnt die Gewerkschaft. Die Bundesregierung diskutiert über einen umstrittenen Gesetzentwurf.
Forderung nach Tarifbindung
DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel betont: „Vereinbarungen über Wochenarbeitszeitmodelle gehören in Tarifverträge – dort wird auf Augenhöhe das passende Modell für den Betrieb verhandelt“. Die bisherige Festlegung auf einen Acht-Stunden-Tag müsse erhalten bleiben, da eine Wochenhöchstgrenze tägliche Schichten von 13 Stunden am Stück legalisieren würde – für alle Beschäftigten, in jedem Job. Das Arbeitszeitgesetz sei kein Hindernis für Flexibilität, sondern schütze 43 Millionen Menschen vor Überlastung und Unfällen.
Die Bundesregierung ringt um die Einführung einer Wochenarbeitszeit. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat einen Entwurf vorgelegt, der die Regelung per Tarifvertrag ermöglichen soll. Union und Wirtschaft lehnen dies als zu restriktiv ab. Im Koalitionsvertrag heißt es: „die Möglichkeit einer wöchentlichen anstatt einer täglichen Höchstarbeitszeit schaffen“.
Piel verwies darauf, dass das Arbeitszeitgesetz bereits jetzt zehn Stunden täglich an sechs Tagen in der Woche erlaube. "Was Beschäftigte brauchen, ist ganz sicher kein Arbeitsende, das jeden Tag auf Zuruf nach hinten verschoben wird", sagte sie. Echte Vereinbarkeit entstehe mit Tarifverträgen, guten Kindertagesstätten und Ganztagsschulen – nicht durch den gesetzlichen 13-Stunden-Tag.