Vor dem deutsch-französischen Ministerrat hat sich die Grünen-Politikerin Agnieszka Brugger für eine stärkere europäische Einbindung der französischen nuklearen Abschreckung ausgesprochen. Deutschland solle nach ihren Vorstellungen Paris vorschlagen, die Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung zu europäisieren oder zu multilateralisieren. Zugleich erteilte sie Forderungen nach einer eigenen europäischen oder deutschen Atombombe eine klare Absage.
Brugger wirbt für europäisierte Kooperation
Die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Agnieszka Brugger sprach sich im Gespräch mit „Politico“ für einen Ausbau der Zusammenarbeit mit Frankreich bei der nuklearen Abschreckung aus. „Diese deutsch-französische Zusammenarbeit, so wie sie auch von Frankreich vorgeschlagen worden ist, halte ich für einen sehr klugen Weg“, sagte Brugger „Politico“.
Deutschland solle Frankreich vorschlagen, die Kooperation „ein Stück weit europäisieren oder zumindest multilateralisieren“. Brugger begrüßte laut „Politico“ die französischen Vorschläge für gemeinsame Übungen und eine engere Abstimmung.
Keine eigene europäische oder deutsche Atombombe
Brugger betonte, dass es in Europa nach ihrer Darstellung keine eigenständige atomare Bewaffnung geben solle. „Wir haben keine europäische Atombombe, wir werkeln nicht an neuen Nuklearwaffenarsenalen in Europa“, sagte sie „Politico“. Statt nuklear aufzurüsten, „rüsten [wir] de facto nicht wirklich nuklear auf, vergrößern aber den Schutz“.
Eine europäische oder deutsche Atombombe lehnt die Grünen-Politikerin entschieden ab. „Das sind naive Vorstellungen“, sagte sie „Politico“. Wer dies fordere, müsse beantworten: „Wer drückt bei der europäischen Atombombe auf den Knopf?“
