Die geplante Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) könnte nach Berechnungen des Gesundheitsministeriums zu einer deutlichen Wechselbewegung in die private Krankenversicherung (PKV) führen. Das Ministerium rechnet im Zuge der Reform mit rund 100.000 bisherigen GKV-Mitgliedern, die in die PKV wechseln.
Gesundheitsministerium erwartet „Abwanderungseffekt“
Das Gesundheitsministerium kalkuliert im Rahmen der Reform mit einem „Abwanderungseffekt“ von etwa 100.000 gesetzlich Versicherten, die in die private Krankenversicherung wechseln, wie aus der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des „Spiegel“ hervorgeht. Damit würde sich der bereits bestehende Trend verstärken.
Laut der von Elisabeth Warken eingesetzten Finanzkommission Gesundheit lag der Wanderungssaldo von GKV-Mitgliedern in die PKV zuletzt bereits zwischen 81.000 (2024) und 102.000 (2025). Ein Plus von 100.000 weiteren Wechslern durch die Reform würde diese Zahlen also ungefähr verdoppeln.
Belastung für Versicherte mit höherem Einkommen
Hintergrund der erwarteten Wechselbewegung ist die geplante außerplanmäßige Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung um 300 Euro. Dieser Schritt belastet Bezieher höherer Einkommen, die an oder über der bisherigen Beitragsbemessungsgrenze verdienen.
Deren Zahl ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums offenbar kleiner als bislang angenommen. Das Ministerium geht von 5,4 Millionen Betroffenen der Anhebung aus. Analysen von Ökonomen waren hingegen bislang von etwa 6,3 Millionen Personen ausgegangen, wie aus den vom „Spiegel“ zitierten Berechnungen hervorgeht.
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