Die von der Bundesregierung angekündigten Kürzungen beim Wohngeld könnten vor allem Rentner treffen. Darauf lassen Zahlen aus einer Regierungsantwort auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion schließen, über die das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe) berichtet. Mehr als die Hälfte der rund 1,2 Millionen Wohngeldbezieher im Jahr 2024 waren Rentner. Auch Alleinerziehende und Eigentümer könnten von den geplanten Einsparungen betroffen sein.
Zahlen der Bundesregierung zu Wohngeldbeziehern
Im Jahr 2024 bezogen nach Angaben der Bundesregierung insgesamt 1,2 Millionen Menschen Wohngeld. Mehr als die Hälfte waren Rentner: 638.000. Gut zehn Prozent derer, die Wohngeld bekommen, sind alleinerziehend.
Der Großteil der Empfänger, 1,1 Millionen Menschen, lebt zur Miete. Weitere 86.000 Menschen erhalten den Zuschuss, um ihre Wohnkosten im Eigenheim zu stemmen.
Kritik aus der Grünen-Fraktion
Mayra Vriesema, Grünen-Berichterstatterin für Wohngeld, sagte den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“, das Wohngeld sei eine unverzichtbare Sozialleistung, die Betroffene direkt spürbar im Alltag entlaste. „Eine Milliarde Euro beim Wohngeld zu sparen, sei eine der größten Sozialkürzungen, die diese Bundesregierung bisher angekündigt habe“, erklärte sie mit Blick auf die Ankündigung von Bauministerin Verena Hubertz (SPD), durch eine Neustrukturierung beim Wohngeld eine Milliarde Euro einsparen zu wollen. „Schwarz-Rot sorge womöglich direkt dafür, dass Menschen in die Grundsicherung fielen oder sogar in Wohnungslosigkeit gerieten“, warnte Vriesema nach Angaben des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“.
Die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Grünen-Abgeordneten hält Vriesema laut „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ für unzureichend. „Die Menschen würden hier mit einer riesigen Unsicherheit allein gelassen“, beklagte sie.
Hinweise des Bauministeriums und politischer Hintergrund
Das Bauministerium verweist unter anderem darauf, dass die konkreten Auswirkungen der erforderlichen Einsparungen derzeit noch ermittelt würden. Wie von der Kommission zur Sozialstaatsreform (KRS) empfohlen, seien „systematische Schlechterstellungen“ der Leistungsbeziehenden aber auszuschließen, heißt es in der Antwort, über die das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet.
Hintergrund ist, dass Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) nach den Vorgaben von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) eine Milliarde Euro einsparen soll. Das soll nach den Berichten des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ durch eine Neustrukturierung beim Wohngeld passieren.
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