Das Vergleichsportal Verivox erwartet wegen des Iran-Kriegs und gestiegener Großhandelspreise einen weiteren Anstieg der Gaspreise für private Haushalte. Experten rechnen mit Erhöhungen von 10 bis 20 Prozent zum Jahreswechsel.
Großhandelspreise und Speicherfüllstände als Treiber
Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, verwies auf die aktuell stark angestiegenen Großhandelspreise für Gas, den geringen Füllstand der Gasspeicher in Deutschland und den kommenden Winter als Gründe für die erwartete Preisentwicklung. Die Neukundenpreise für Gas hätten die Großhandelspreise besonders schnell abgebildet und seien seit Februar um über ein Drittel gestiegen, sagte Storck der „Rheinischen Post“.
Die Bestandskundentarife reagierten zwar langsamer auf die Preisentwicklungen, würden aber früher oder später ebenfalls steigen. Beim aktuellen Preisniveau seien Preiserhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent zum Jahreswechsel möglich.
Europaweit höchste Großhandelspreise seit Jahren
Der Großhandelspreis in Europa ist nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran in dieser Woche auf den höchsten Wert seit mehr als dreieinhalb Jahren gestiegen.
Malte Küper, Energieexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), erklärte, Deutschland sei besonders anfällig für Preisschocks, weil seine Wirtschaft stärker als die vieler anderer Länder von Erdgas abhänge. Zudem seien Deutschland und die EU nahezu vollständig auf Gasimporte angewiesen.