Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) hat die geplante Rückkehr zur Krankmeldepflicht ab dem ersten Krankheitstag verteidigt. Er verwies auf auffällige Häufungen von Fehltagen zu Wochenbeginn und am Wochenende und betonte die Bedeutung einer ärztlichen Bescheinigung. Warnungen von Hausärzten vor überfüllten Praxen wies er zurück und sprach sich für pragmatische gesetzliche Regelungen mit Spielräumen für Tarifpartner und Unternehmen aus.
Frei betont Anstieg der Krankheitstage
Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) verwies zur Begründung der geplanten Verschärfung der Krankmeldepflicht auf die Entwicklung der Krankentage. „Also ich gehe zunächst einmal davon aus, dass jeder, der nicht zur Arbeit kommt, auch krank ist“, sagte Frei am Freitag den Sendern RTL und ntv. „Aber Fakt ist eben auch, dass die Zahl der Krankheitstage in Deutschland etwa doppelt so hoch ist wie in Frankreich, dass sie in den vergangenen Jahren massiv angestiegen ist. Und deswegen kommt es darauf an, dass das auch von Ärzten, die die Patienten kennen, testiert wird.“
Auf die Frage von RTL und ntv, ob er Schätzungen oder Berechnungen dazu habe, wie viele Menschen ohne Krankheit zu Hause blieben und dadurch Arbeitskraft verloren gehe, lehnte Frei konkrete Angaben ab. „Darüber will ich nicht spekulieren. Das wäre glaube ich auch der Sache nicht gerecht werdend. Aber Fakt ist eben, dass wir insbesondere zu Wochenstart und Wochenende besonders viele Krankheitstage haben. Das kann man, meine ich, nicht medizinisch erklären.“
Warnungen der Hausärzte zurückgewiesen
Warnungen von Hausärzten vor überfüllten Praxen im Zuge der geplanten Rückkehr zur Krankmeldepflicht ab dem ersten Krankheitstag wies Frei ebenfalls im Gespräch mit RTL und ntv zurück. Die Situation sei eine, „mit der die Hausärzte in der Vergangenheit ja sehr gut zurechtgekommen sind“. Bei Problemen gebe es „immer auch die Chance zur Nachsteuerung“.
Gesetzgeberische Umsetzung und Spielräume
Zu den weiteren Schritten sagte Frei den Sendern RTL und ntv, die Pläne müsse man nun gesetzgeberisch umsetzen und dafür eine pragmatische Lösung finden. In vielen Bereichen gebe es zudem Lösungen, bei denen Tarifpartnern und Unternehmen viele Spielräume gelassen würden. „Uns geht es darum, dass diejenigen, die krank sind, das vom Arzt auch testiert haben. Ich glaube, das ist nicht zu viel verlangt“, so Frei.
