Flammen nähern sich Ort Gey – Munition erschwert Löscharbeiten
In der Eifel kämpfen Einsatzkräfte seit Donnerstag gegen einen Großbrand im Hürtgenwald. Die Flammen haben sich auf rund 300 Hektar ausgebreitet, was etwa 420 Fußballfeldern entspricht. Besonders betroffen ist der Ortsteil Gey der Gemeinde Hürtgenwald, wo etwa 2.300 Menschen vorsorglich evakuiert wurden, wie der Kreis Düren mitteilte. Die Sprecherin des Kreises bestätigte, dass die Flammen am Freitag nur noch 150 bis 200 Meter vom Ort entfernt waren. Landrat Ralf Nolten (CDU) betonte jedoch, dass die genaue Entfernung weniger entscheidend sei, solange das Feuer nicht in die Baumkronen schlage. Die Evakuierung sei als Vorsichtsmaßnahme erfolgt, da sich der Brand in Richtung des alten Munitionslagers in Düren ausbreite, wie der Bürgermeister Stephan Cranen dem WDR erklärte.
Munitionsaltlasten behindern Löscharbeiten
Die Löscharbeiten werden durch die hohe Munitionsbelastung aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden erschwert. Am Donnerstag kam es bereits zu Explosionen, und auch am Freitag waren Detonationen zu hören, wie der Tagesspiegel und der WDR berichteten. Feuerwehrsprecher Peter Berndgen erklärte, dass aufgrund der Gefahrenlage keine einzelnen Einsatzkräfte mit Löschrucksäcken in das Gelände geschickt werden könnten. Stattdessen kommen Panzer der Bundeswehr, Motorsägen und Gegenfeuer zum Einsatz, um Schneisen zu schaffen und die Ausbreitung zu stoppen.
300 Helfer und Landwirte bekämpfen Großbrand
Rund 300 Einsatzkräfte, darunter Feuerwehr, Bundeswehr, THW und Hilfsorganisationen, sind vor Ort im Einsatz. Unterstützung erhalten sie auch von Landwirten, die mit Traktoren und Wasserfässern helfen. Fünf Löschhubschrauber holen Wasser aus der Wehebachtalsperre, um den Brand aus der Luft zu bekämpfen. Die Kölner Feuerwehr ist mit 70 Kräften vor Ort und unterstützt bei der Koordinierung.
Krisenstab ermittelt Brandursache
Die Brandursache ist noch unklar. Die Behörden gehen von einer „Großschadenslage“ aus und haben einen Krisenstab einberufen. NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) und Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) wollen sich am Nachmittag vor Ort ein Bild von der Lage machen. Die Warn-App Nina meldete die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“.
Extremwetter verschärft Waldbrandlage
Die nächsten Stunden gelten als entscheidend, da die Wetterbedingungen die Löscharbeiten erschweren. Es handelt sich um einen sogenannten „Red Flag Day“ mit hoher Temperatur, niedriger Luftfeuchtigkeit und starkem Wind, wie der Feuerwehrsprecher erklärte. Die Evakuierten können vorerst nicht in ihre Häuser zurückkehren.
Der Hürtgenwald ist historisch durch die brutale Schlacht im Zweiten Weltkrieg belastet, bei der US-Soldaten das Gebiet als „Death Factory“ bezeichneten. Bis heute werden in der Region Kampfmittel gefunden, die die Löscharbeiten zusätzlich behindern.