Die deutsche Autoindustrie könnte angesichts wachsender Konkurrenz aus China ihre bisher zurückhaltende Handelspolitik anpassen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) prüft derzeit, ob eine Positionsänderung nötig ist. Eine Sprecherin betonte gegenüber dem "Handelsblatt", es liege auch "an China, mit konstruktiven Vorschlägen auf Europa zuzugehen und wettbewerbsverzerrendes Verhalten konsequent und schnell zu stoppen".
Forderungen nach Ausweitung von EU-Zöllen
VW-Konzernchef Oliver Blume hatte vergangenen Monat gefordert, bestehende EU-Ausgleichszölle auf chinesische Elektroautos auch auf Plug-in-Hybride auszuweiten. Begründet wird dies mit wachsenden Überkapazitäten und Exporten aus China nach Europa, da der größte Automobilmarkt der Welt derzeit schwächelt.
In Industriekreisen wird zudem darüber diskutiert, mögliche Schutzmaßnahmen auf weitere Hybridantriebe auszuweiten. Der Marktanteil chinesischer Hersteller in Europa ist über alle Antriebsarten hinweg seit 2021 von 0,5 auf knapp zehn Prozent gestiegen. Nicht-EU-Länder wie Großbritannien oder Norwegen sind dabei mit einbezogen.
Ein Kurswechsel des VDA könnte auch die Bundesregierung beeinflussen. Im Oktober läuft auf EU-Ebene eine Prüffrist ab, um konkrete Handelsschutzmaßnahmen gegen China vorzubereiten.