Neuseeland fordert unabhängige Prüfung der FIFA-Führung nach FFE-Skandal.
Neuseeland hat seine Unterstützung für den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino zurückgezogen. Der neuseeländische Fußballverband (NZF) begründete dies in einer Mitteilung am Freitag mit einem Vertrauensverlust und wachsender Spaltung im internationalen Fußball. Nach sorgfältiger Prüfung sei man zu der Überzeugung gelangt, dass Entscheidungen und Maßnahmen innerhalb der FIFA zu einer Erosion des Vertrauens geführt hätten, wie der NZF mitteilte. Um Glaubwürdigkeit wiederherzustellen, fordere man eine unabhängige Überprüfung der Umstände rund um den umstrittenen, inzwischen verworfenen Investitionsplan FIFA Forward Enterprise (FFE).
Neuseeland blockiert FIFA-Reformpläne
Externe Geldgeber sollten Anteile an einer kommerziellen Tochtergesellschaft übernehmen, was auf massive Kritik stieß. Der NZF betont, dass bessere Governance, mehr Verantwortlichkeit und Transparenz entscheidend seien, um das Vertrauen in die FIFA-Führung zu sichern. Damit stellt sich Neuseeland gegen den ozeanischen Fußballverband (OFC), der am selben Tag die Abkehr vom FFE-Vorhaben begrüßte und gleichzeitig seine Unterstützung für Infantino bekräftigte. Die OFC erkenne die Fortschritte der vergangenen Dekade unter Infantinos Führung an und ermutige die FIFA, die Überprüfung als Chance für notwendige Änderungen zu nutzen, hieß es in einer Erklärung.
FIFA-Spaltung: Wer Infantino unterstützt
Die Gräben im Weltfußball vertiefen sich indes. Während die UEFA, der nord- und mittelamerikanische Verband CONCACAF sowie die Asiatische Fußball-Konföderation (AFC) einen Wechsel an der FIFA-Spitze fordern, stellen sich der südamerikanische Verband CONMEBOL und die Afrikanische Fußball-Konföderation (CAF) hinter Infantino. Neuseeland reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Ländern ein, die ihre Position öffentlich gemacht haben. Zu den ersten Verbänden, die ankündigten, Infantino in einer weiteren Amtszeit nicht mehr zu unterstützen, gehörten Wales, Finnland, Serbien und Schweden.
Norwegen fordert Infantinos Rücktritt
Später folgten England, Jordanien, Albanien, die Republik Irland und Norwegen. Norwegen ging noch weiter und forderte Infantinos Rücktritt. Andere Länder wie Paraguay, Argentinien und Mexiko stellen sich dagegen hinter den FIFA-Chef, wie Euronews berichtet.