1.800 Einsatzkräfte kämpfen gegen Flammen – Evakuierungen und Hoffnung auf Stabilisierung
Im Hürtgenwald in der Eifel wütet seit Donnerstag der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Rund 300 Hektar Wald sind bereits betroffen, wie der Kreis Düren und der WDR berichten. Der Ortsteil Gey wurde evakuiert, etwa 2.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Feuerwehr hat ihre Einsatzzentrale verlegen müssen, nachdem sich der Wind drehte und der Qualm die Einsatzkräfte bedrohte. Aktuell sind rund 1.800 Kräfte aus Feuerwehr, Bundeswehr, Bundes- und Landespolizei im Einsatz, darunter auch Bergepanzer, die Schneisen schlagen, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. Zehn Löschhubschrauber werfen Wasser über den Flammen ab, da das Gelände durch Weltkriegsmunition belastet ist und Bodenkräfte befestigte Wege nicht verlassen dürfen.
Erste Hoffnung auf Brandkontrolle in NRW
Die Lage scheint sich langsam zu stabilisieren. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zeigte sich bei einem Besuch vor Ort vorsichtig optimistisch und sprach von einer „ersten Hoffnung“, dass der Brand unter Kontrolle gebracht werden könne. Auch die evakuierten Anwohner aus Gey könnten bald zurückkehren, falls die Entwicklung positiv bleibe, wie Wüst und der WDR berichten. Bisher seien keine Häuser zerstört und keine Menschen schwer verletzt worden. Fünf leichte Verletzungen, darunter Kreislaufprobleme und eine Schnittverletzung, wurden gemeldet.
Fehlverhalten löste Waldbrand aus
Innenminister Herbert Reul (CDU) vermutet, dass der Brand durch menschliches Fehlverhalten ausgelöst wurde. Er kritisierte, dass Menschen trotz der Gefahr in Wäldern unterwegs seien und warnte vor der Verantwortungslosigkeit, etwa durch weggeworfene Zigaretten oder Glas. Reul betonte, dass die Priorität nun darin bestehe, bedrohte Häuser zu sichern. Die Kritik an der Organisation der Löschmaßnahmen und die Forderung nach Löschflugzeugen wies er zurück, da NRW keine großen Flächen für Tankvorgänge biete.
Wetter verschärft Löscharbeiten im Wald
Die Löscharbeiten werden durch die Wetterlage erschwert. Zwar gab es vereinzelt Schauer und Gewitter, doch der Regen reicht nicht aus, um das Feuer zu löschen, wie der WDR-Meteorologe Jörg Brunsmann erklärte. Zudem könnte der aufkommende Nordwind die Lage unberechenbar machen. Die Feuerwehr rechnet mit einem tagelangen Einsatz und hat den Personaleinsatz in besonders gefährdeten Bereichen fast verdoppelt.
Belgien kämpft mit riesigem Flächenbrand
Auch in Belgien brennt es im Hohen Venn, wo bereits 1.600 Hektar Fläche zerstört wurden. Mehrere Straßen in den Orten Weismes und Bütgenbach wurden evakuiert, Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Die Rauchfahnen sind bis nach Monschau und Simmerath sichtbar.
Landwirte unterstützen die Feuerwehr mit Maschinen und Wassertanks, während Anwohner mit Aktionen wie „Applaus für die Einsatzkräfte“ ihre Wertschätzung zeigen. Die Solidarität unter den Helfern und der Bevölkerung wird von Politikern wie Wüst und dem Aachener Bischof Helmut Dieser gelobt.