Nach dem bundesweiten Ausfall des Bahnbetriebs wegen einer Störung beim Digitalfunk fordert der Fahrgastverband Pro Bahn technische Konsequenzen von der Deutschen Bahn. Pro-Bahn-Ehrenvorsitzender Detlef Neuß verlangt mehr Ausfallsicherheit beim Zugfunk und kritisiert den aktuellen Zustand des Konzerns als „desaströs“. Auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU), mahnt schnelle Aufklärung an, um eine Wiederholung während der Urlaubszeit zu verhindern.
Forderungen nach mehr technischer Resilienz
Pro Bahn-Ehrenvorsitzender Detlef Neuß sieht nach dem Ausfall des Digitalfunks die Bahn in der Pflicht. „Die Bahn muss endlich besser werden, auch technisch“, sagte er der „Rheinischen Post“. Neuß verlangte mehr Ausfallsicherheit beim Zugfunk. „Wir erwarten von der Bahn, dass sie auch beim Zugfunk für mehr Resilienz sorgt. So ein Ausfall ist schon das zweite Mal passiert“, sagte er.
Neuß kritisierte, dass offenbar technische Arbeiten zu weitreichenden Folgen führen konnten. Es könne nicht sein, dass womöglich ein Update eine derart massive Störung auslöse. Das müsse eine Selbstverständlichkeit sein.
Kritik an Ausstattung und Aufsichtsrat
Neben einer robusteren Technik forderte Neuß Verbesserungen bei der Ausstattung des Personals. Zudem forderte er mehr Diensthandys für Zugführer. „Die fehlen nämlich.“ Der Vorfall müsse aus seiner Sicht auch Thema der an diesem Mittwoch beginnenden Aufsichtsratssitzung sein. „Der Zustand der Bahn ist im Augenblick desaströs.“
Mit Blick auf Bahnchefin Evelyn Palla sagte Neuß der „Rheinischen Post“: „Wenn man einen Schrotthaufen geerbt hat, ist man nicht schuld am Schrotthaufen.“
Sorge um Reisende und Tourismus
Konsequenzen verlangte auch Tourismusbeauftragter der Bundesregierung Christoph Ploß (CDU). „Die Sommerferien stehen an und viele Urlauber werden die Bahn nutzen“, sagte er der „Rheinischen Post“. Ein erneuter Vorfall dieser Dimension gerade während der Urlaubszeit „wäre ein herber Schlag für alle Reisenden, aber auch für den Tourismus in Deutschland“.
Ploß forderte eine rasche Klärung der Hintergründe. Die Bahn müsse „jetzt sofort die Ursache für die massive Störung ermitteln und dafür sorgen, dass sich ein solches Fiasko nicht wiederholt“, sagte er der „Rheinischen Post“.
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