Unbekannter Gegenstand detoniert nahe Hauptbahnhof – Zugverkehr zeitweise eingestellt.
In der Nacht zum Mittwoch ist in Augsburg ein unbekannter Gegenstand in einer Gebäudepassage nahe des Hauptbahnhofs explodiert. Wie die Tagesschau unter Berufung auf einen Polizeisprecher berichtet, wurden dabei zwei Menschen leicht verletzt. Bei den Opfern handelt es sich um eine 17-Jährige und einen 18-Jährigen, die ein Knalltrauma erlitten. Auch Fensterscheiben in der Umgebung seien beschädigt worden. In dem betroffenen Gebäude befinden sich mehrere Arztpraxen, Geschäfte sowie eine Bank und ein Juwelier, wie Eva Heime vom Bayerischen Rundfunk mitteilt.
Handgranate als mögliche Ursache der Explosion
Mehrere Medien, darunter die Welt und die Süddeutsche Zeitung, berichteten, dass es sich bei dem detonierten Gegenstand um eine Handgranate gehandelt haben könnte. Die Polizei bestätigte diese Angaben jedoch nicht. Auch der genaue Hintergrund der Explosion bleibt vorerst unklar. Die Ermittler gehen laut Welt davon aus, dass die beiden Verletzten als Passanten zufällig Opfer wurden. Ob der Anschlag gezielt gegen eines der Geschäfte in der Passage gerichtet war, wird derzeit noch untersucht.
Falscher Alarm im Augsburger Hauptbahnhof
Am Morgen wurde zudem ein weiterer verdächtiger Gegenstand im Bahnhofsgebäude entdeckt, woraufhin die Polizei den gesamten Augsburger Hauptbahnhof abriegelte und den Zugverkehr komplett einstellte. Wie die Süddeutsche Zeitung und der Bayerische Rundfunk berichten, stellte sich der Fund jedoch als harmlos heraus. Die Sperrung wurde daraufhin wieder aufgehoben, doch die Deutsche Bahn warnte vor Folgeverspätungen und kurzfristigen Zugausfällen. Betroffen waren unter anderem die ICE-Verbindungen zwischen Ulm, Augsburg und München.
200 Einsatzkräfte bei Großfahndung nach Explosion
An den Ermittlungen waren laut Süddeutscher Zeitung bis zu 200 Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, der Bereitschaftspolizei, der Bundespolizei sowie des Bayerischen Landeskriminalamts beteiligt. Sprengstoffexperten und Spürhunde durchsuchten das Gelände, während die Kriminalpolizei Videoaufnahmen auswertete. Die Passage und das umliegende Areal blieben noch stundenlang abgesperrt, um Spuren zu sichern.
Großräumige Sperrung lähmt Augsburger Verkehr
Der Großeinsatz führte zu erheblichen Beeinträchtigungen im Nah- und Fernverkehr. Linienbusse und Straßenbahnen konnten die Haltestellen in Bahnhofsnähe nicht anfahren, Ersatzbusse wurden eingesetzt. Auch im Straßenverkehr kam es zu Verzögerungen. Die Polizei bat die Bevölkerung, den Bereich weiträumig zu meiden und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten.