# Expertin fordert strengere Regeln für Social Media für Kinder Datum: 03.05.2026 10:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/expertin-fordert-strengere-regeln-fuer-social-media-fuer-kinder-708309/ --- Die Kinder- und Jugendpsychologin Kerstin Paschke fordert eine rasche Regulierung von Social-Media-Plattformen wie Tiktok, Instagram, WhatsApp und Snapchat in Deutschland. Angesichts gesundheitlicher Risiken für junge Menschen wirft sie der Politik vor, viel zu spät auf problematische Entwicklungen reagiert zu haben. ## „Überfällige“ Debatte über Risiken von Social Media Die Kinder- und Jugendpsychologin Kerstin Paschke kritisiert einen zu zögerlichen Umgang der Politik mit der Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche. Die Politik prüfe zu spät, ob sie den Zugang für Kinder und Jugendliche zu diesen Angeboten einschränken wolle, sagte sie dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. „Dass wir über die gesundheitlichen Gefahren von Social Media für Kinder und Jugendliche debattieren, ist überfällig. Ich frage mich, warum wir das nicht schon vor zehn Jahren getan haben. Man hätte absehen können, was passieren wird, zumindest in weiten Teilen“, sagte Paschke dem „Spiegel“. Paschke leitet das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und ist Expertin für Fragen problematischer Mediennutzung. Sie behandelt unter anderem Kinder, die an einer Social-Media-Abhängigkeit leiden. Kinder bis 13 Jahre sollten kommerzielle soziale Plattformen nicht eigenständig nutzen dürfen, sagte sie dem „Spiegel“. Von 14 bis 15 Jahren sollten die Inhalte nach ihrer Einschätzung altersgerecht sein. ### Studie: Deutlich mehr krankhaftes Nutzungsverhalten Laut den neuesten Ergebnissen der Mediensuchtstudie der DAK-Gesundheit nutzen Kinder und Jugendliche soziale Medien wochentags im Schnitt 2 Stunden und 26 Minuten lang, am Wochenende sind es pro Tag 3 Stunden und 21 Minuten. Der Anteil der 10- bis 17-Jährigen, die ein krankhaftes Nutzungsverhalten zeigen, hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt: von 3,2 auf 6,6 Prozent. Mehr als ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen zeigt ein riskantes Verhalten. ### Vorbildfunktion der Eltern und fehlende Grenzen Nach den Worten von Paschke kopieren Kinder mit problematischer Mediennutzung häufig ihre Eltern. „Wenn Eltern ins Handy gucken, sobald sie sich langweilen, aufregen oder sich ablenken wollen, ist es wahrscheinlicher, dass auch die Kinder mithilfe von Medienkonsum ihre Gefühle steuern, statt mit den Eltern zu besprechen, was sie bewegt“, sagte sie dem „Spiegel“. Studien würden zeigen, dass Kinder in vielen Haushalten Medien so lange nutzen können, wie sie wollen. „Das ist beunruhigend.“ Zudem würden Eltern von Kindern mit problematischer Mediennutzung oft zu lange denken, ihr Kind verhalte sich normal. „Viele Eltern berichten, sie hätten den Zustand dann irgendwann hingenommen“, sagte Paschke dem „Spiegel“. Paschke empfiehlt, Kindern Grenzen zu setzen und Orientierung zu bieten. Ob sich eine Sucht entwickele, sei auch davon abhängig, ob sich die Eltern selbst hinterfragten und in der Lage seien, ihrem Kind gegenüber eine klare Position zu vertreten. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück