Spitzenkandidat Siegmund zeigt sich siegessicher, doch Zweifel an Regierungsfähigkeit bleiben.
Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am kommenden Sonntag liegt die AfD in den Umfragen klar vorne. Wie die Tagesschau berichtet, hofft die Partei auf ein bundesweites Signal, doch es gibt auch Risiken und Zweifel an ihrer Regierungsfähigkeit. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zeigte sich bei einem der letzten Wahlkampfauftritte siegessicher und betonte, die Partei wolle allein regieren. Parteichefin Alice Weidel hatte zuvor im ZDF-Sommerinterview erklärt, die AfD werde in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und auch im Bund regieren.
AfD zwischen Chance und Risiko
Doch ob die Partei diese vollmundigen Ankündigungen einlösen kann, bleibt offen. Politikwissenschaftler Marcel Lewandowsky bezeichnet die Wahl für die AfD als „Chance und Risiko zugleich“, wie die Tagesschau weiter ausführt. Einerseits könnte die Partei symbolpolitisch aufgeladene Forderungen umsetzen, andererseits bestehe die Gefahr eines Scheiterns.
AfD-Führung unter Druck nach Personalmangel
AfD-Politiker aus ostdeutschen Verbänden äußern hinter vorgehaltener Hand Bedenken, etwa zu wenig qualifiziertes Personal oder zu hohe Erwartungen. Co-Parteichef Tino Chrupalla betont, Siegmund trage eine „Riesenverantwortung“ und müsse liefern, falls er Ministerpräsident werde. Der Spiegel berichtet unterdessen, Siegmund baue bereits vor, falls die Partei schlechter abschneide als erhofft.
AfD wertet das Ergebnis als Erfolg
Laut ZDFheute liegt die AfD in aktuellen Umfragen bei 41 Prozent, gefolgt von der CDU mit 23 und der Linken mit 11,5 Prozent. Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz warnte unterdessen, Sachsen-Anhalt sei „viel zu schön, um es Faschisten hinzugeben“. In Magdeburg fanden am Freitag mehrere Versammlungen störungsfrei statt, darunter eine AfD-Veranstaltung mit rund 5.500 Teilnehmern.