Die Bundesregierung wird die Entgelttransparenzrichtlinie der EU nicht fristgerecht bis zum 7. Juni in nationales Recht umsetzen und zentrale Vorgaben für Unternehmen bis Mitte 2028 aufschieben. Während das zuständige Bundesfamilienministerium auf weitere notwendige Abstimmungen und Sorgen der Wirtschaft verweist, drängt die frühere Familienministerin Lisa Paus (Grüne) auf eine schnelle Umsetzung. Sie hält das Gesetz für überfällig und verweist auf anhaltende Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland.
Umsetzung der EU-Richtlinie verzögert sich
Nach einem Bericht des Magazins Politico wird die Bundesregierung die Entgelttransparenzrichtlinie der EU nicht fristgerecht zum 7. Juni in deutsches Recht überführen und zentrale Vorgaben für Unternehmen bis Mitte 2028 verschieben. „Es sind noch weitere Abstimmungen notwendig, sodass wir die Frist zur Umsetzung Anfang Juni nicht einhalten werden“, sagte eine Sprecherin des zuständigen Bundesfamilienministeriums dem Nachrichtenportal Politico.
Die Richtlinie solle „aufs Notwendige beschränkt, möglichst bürokratiearm und wirksam“ umgesetzt werden, erklärte die Sprecherin weiter gegenüber Politico. „Berichtspflicht und Auskunftsanspruch sollen erstmals zum Juni 2028 fällig werden; das Inkrafttreten ist für Anfang 2027 geplant“, sagte sie. Damit trage man „Sorgen aus der Wirtschaft Rechnung“ und schaffe zugleich „Rechts- und Planungssicherheit“.
Forderung nach schneller Umsetzung
Die frühere Familienministerin Lisa Paus (Grüne) drängt hingegen auf eine schnelle Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie. Das Gesetz sei überfällig, sagte Paus dem Magazin Politico. Ziel sei gleiche Bezahlung für Frauen und Männer. „Wir alle wollen Equal Pay.“
Deutschland liege beim Lohnunterschied weiterhin weit zurück, betonte Paus gegenüber Politico. „Wir verharren bei 16 Prozent Unterschied“, sagte sie. Frauen verdienten durchschnittlich 4,24 Euro pro Stunde weniger als Männer. „Das will eigentlich keiner. Trotzdem ist das Realität in Deutschland“, sagte Paus.
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