Die Alterung der Gesellschaft ist laut Ifo-Institut der größte Treiber für den starken Anstieg der Sozialausgaben. Zwischen 2019 und 2025 stiegen diese preisbereinigt um 11,5 Prozent auf ein neues Rekordniveau. Reformen der Sozialsysteme könnten die Entwicklung bremsen.
70 Prozent der Sozialausgaben entfallen auf Alter und Krankheit
"Die Ausgaben für Alter und Krankheit machen 2025 zusammen rund 70 Prozent der gesamten Sozialausgaben aus und sind für über 80 Prozent des realen Ausgabenzuwachses seit 1992 verantwortlich", sagte Ifo-Forscherin Lilly Fischer. Der zentrale strukturelle Kostentreiber dieser Entwicklung sei der demografische Wandel und verschärfe die Lastenverschiebung im deutschen Sozialstaat zwischen den Generationen.
Sozialbudget wächst schneller als die Wirtschaft
"Das Sozialbudget wächst schneller als das Bruttoinlandsprodukt. Deshalb trägt auch die schwache Konjunktur dazu bei, dass die Sozialbudgetquote steigt", sagte Ifo-Forscherin Emilie Höslinger.
"Die wichtigsten Kostentreiber sind die Mehrausgaben für die alternde Versichertenbasis bei Krankheit und Pflege und die Steigerung der Rentenzahlungen des Bundes."
Rekordniveau und weitere Steigerung erwartet
Preisbereinigt stiegen die Sozialausgaben der Analyse zufolge zwischen 2019 und 2025 um 11,5 Prozent bzw. 104 Milliarden Euro. Die Sozialbudgetquote stieg in diesem Zeitraum von 29,6 Prozent auf 32 Prozent und erreichte ein neues Rekordniveau.
In Zukunft wird die Alterung die Kosten der Sozialausgaben noch weiter erhöhen, schätzt das Institut. Diese Entwicklung könnte nur durch Reformen der Sozialsysteme aufgehalten werden.