Der Dax ist mit leichten Gewinnen in die neue Woche gestartet. Getrübt wird die Stimmung an den Finanzmärkten jedoch weiterhin durch die fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Zugleich rückt vor dem Zentralbanktreffen im portugiesischen Sintra die Geldpolitik wieder stärker in den Fokus der Anleger.
Leichter Dax-Anstieg zum Wochenauftakt
Am Montag wurde der Dax gegen 9:30 Uhr mit rund 24.735 Punkten berechnet und lag damit 0,3 Prozent über dem Schlussniveau vom Freitag. An der Spitze der Kursliste standen Infineon, RWE und SAP, während Volkswagen, BMW und Airbus zu den größten Verlierern zählten.
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, verwies auf den Einfluss geopolitischer Entwicklungen: „Der Dax startet fester in die neue Woche, aber die fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran belastet nach wie vor die Stimmung“, sagte Stanzl laut Consorsbank. „Zwar wollen beide Parteien in dieser Woche an den Verhandlungstisch zurückkehren, doch gegenseitige Angriffe am Wochenende erinnern daran, dass der Weg dorthin wohl weiterhin von vielen Rückschlägen geprägt sein wird.“
Iran-Konflikt und Anlegerstimmung
Trotz der anhaltenden Spannungen setzen viele Investoren auf eine begrenzte Zuspitzung des Konflikts. „Die Anleger gehen davon aus, dass der Konflikt zwischen den USA und dem Iran begrenzt bleibt und keine weitere militärische Eskalation droht“, so Stanzl weiter laut Consorsbank. „Ohne eine erneute Eskalation dürfte das Thema Iran-Konflikt an den Märkten mehr und mehr in den Hintergrund treten, zumal sich der Seeverkehr durch die Straße von Hormus schrittweise normalisiert.“
Fokus auf US-Geldpolitik und Rohstoffmärkte
Unterdessen richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf das anstehende Zentralbanktreffen im portugiesischen Sintra. „Anleger wollen wissen, ob der neue Vorsitzende der US-Notenbank, Kevin Warsh, tatsächlich eine so konservative Geldpolitik verfolgen möchte, wie es sich bei seiner ersten geldpolitischen Sitzung angedeutet hatte“, sagte Stanzl laut Consorsbank. „Die Inflation war zuletzt weniger stark als befürchtet gestiegen, und der Ölpreis ist seit der letzten Fed-Sitzung um weitere sieben Prozent gefallen. Es ist gut möglich, dass Warsh in Sintra seine Rhetorik in Richtung weiterer Zinsanhebungen etwas abmildern wird.“
Am Devisenmarkt zeigte sich die europäische Gemeinschaftswährung am Montagmorgen fester. Ein Euro kostete 1,1408 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8766 Euro zu haben.
Der Ölpreis bewegte sich unterdessen nach oben. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 72,28 US-Dollar; das waren 29 Cent oder 0,4 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
