Der Dax hat am Donnerstag nach einem schwankungsreichen Handel geringfügig zugelegt und knapp im Plus geschlossen. Marktbeobachter verweisen auf Zurückhaltung der Anleger vor einem großen Börsengang sowie auf neue Signale der Europäischen Zentralbank und schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten. Auch an den Energie- und Devisenmärkten kam es zu leichten Rückgängen bei Gas- und Ölpreisen sowie beim Euro-Dollar-Kurs.
Dax behauptet Marke von 24.000 Punkten
Der Dax schloss den Xetra-Handel am Donnerstag bei 24.210 Punkten und damit 0,1 Prozent höher als am Vortag. Nach einem zurückhaltenden Start baute der Index zunächst langsam seine Zugewinne aus, rutschte am Nachmittag kurz ins Minus und schloss schließlich leicht im Plus.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, sagte zur Entwicklung des deutschen Leitindex: „Der Dax konnte heute trotz vieler Störfaktoren sein Kursniveau oberhalb von 24.000 Punkten verteidigen“, so CMC Markets. „Die Anleger in Frankfurt blieben aber vor dem anstehenden Mega-IPO von SpaceX weitestgehend im Wartemodus und fokussierten sich auf die altbekannten Modethemen Künstliche Intelligenz und Halbleiter“, erklärte Lipkow laut CMC Markets.
Bis kurz vor Handelsschluss rangierten die Papiere von Siemens Energy an der Spitze der Kursliste, gefolgt von den Aktien von RWE, Rheinmetall und Infineon. Das Schlusslicht bildeten die SAP-Aktien.
EZB-Prognosen und US-Daten im Fokus
Zur Geldpolitik erklärte Lipkow: Die Europäische Zentralbank gehe fortan von einer leicht höheren Preissteigerung aus und prognostiziere für 2026 eine Inflationsrate von drei statt der bisherigen 2,6 Prozent. „Im Zuge dessen hat die EZB den Einlagenzinssatz vorsorglich um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Dieser Schritt war weitestgehend erwartet worden“, erläuterte der Analyst CMC Markets zufolge. „Für etwas Ernüchterung sorgten allerdings die reduzierten Wachstumsprognosen bis in das Jahr 2028 hinein“, sagte Lipkow.
Zusätzlich liefen nach seinen Worten makroökonomische Daten aus den USA über die Nachrichtenticker. „Die US-Arbeitsmarktdaten zeigen mit 229.000 Neuanträgen auf Arbeitslosenunterstützung einen schwächeren Trend. Bei der Preisentwicklung kann sich der positive Trend vom Vortag durch die US-Verbraucherpreise nicht bestätigen. Die Erzeugerpreise lagen sowohl auf Monats- als auch auf Jahressicht über den Erwartungen und sprechen damit für sinkende Margen bei den Unternehmen“, so Lipkow laut CMC Markets.
Leichte Rückgänge bei Energiepreisen und Euro
Unterdessen sank der Gaspreis geringfügig: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Juli kostete 50 Euro. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund zehn bis zwölf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Der Ölpreis gab ebenfalls leicht nach: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 92,91 US-Dollar, das waren 19 Cent oder 0,2 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Donnerstagnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1523 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8678 Euro zu haben.
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