Der Investor Carsten Maschmeyer beurteilt den geplanten Börsengang von SpaceX skeptisch und warnt vor einer überzogenen Bewertung des Raumfahrtunternehmens. Er sieht eine starke Abhängigkeit von Elon Musk und spricht von erheblichen Risiken für Anleger. Gleichzeitig hebt er einzelne positive Aspekte von Musks Gründermentalität hervor.
„Vision zur Illusion geworden“
Investor Carsten Maschmeyer steht dem Börsengang von SpaceX kritisch gegenüber. „Ich glaube, hier ist die Vision zu einer Illusion geworden. Für mich fast zu einer Halluzination“, sagte er den Sendern RTL und ntv. Seiner Ansicht nach sei SpaceX stark von Elon Musk abhängig, dessen Verhalten nicht kalkulierbar sei.
„X: Viel Geld verloren. Die KI-Bude ist absolut hinter der Konkurrenz hinterher. SpaceX verdient kein Geld, nur Starlink. Und dieser Gemischtwarenladen ist unberechenbar“, so Maschmeyer gegenüber RTL und ntv.
Kritik an Bewertung und Machtstreben
Maschmeyer hält die angestrebte Bewertung der Aktie für deutlich überzogen. SpaceX strebe eine Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar an und würde damit den bislang größten Börsengang der Geschichte hinlegen, wie er RTL und ntv sagte. Elon Musk dürfte dadurch nach Einschätzung des Investors zum ersten Billionär der Welt werden.
Sein größtes Motiv sei dabei aber nicht das Geld, sondern Macht, erklärte Maschmeyer in den Interviews mit RTL und ntv. „Weltherrschaft hat er auf gewisse Weise als reichster Mensch der Welt schon. Jetzt will er auch noch das All erobern. Er will die Allmacht haben“, sagte der Investor.
„Wenn ein Großkonzern von einer Person abhängig ist, ist das ein großes Risiko. Hier ein Multi-Giganten-Großkonzern von einer Person abhängig, der polarisierende Ausflüge in die Politik macht, der x Rechtsstreitigkeiten hat, der kennt nicht Freund, der kennt nicht Feind“, so Maschmeyer gegenüber RTL und ntv.
Lob für Gründermentalität – Warnung an Anleger
Dennoch sieht Maschmeyer auch Vorbildcharakter bei Musk. Gründer könnten sich seiner Meinung nach etwas von ihm abschauen. „Think big, mache eine große Geschichte, hole die besten Talente.“ Musk „holt die besten Techniker, Wissenschaftler, Forscher der Welt zusammen und gibt ihnen unbegrenzte Möglichkeiten“, so Maschmeyer gegenüber RTL und ntv. „Und gerade in Europa sind die Gründer sehr scheu mit der Geldaufnahme.“
Mit Blick auf die Kursentwicklung nach dem Börsengang rechnet Maschmeyer zunächst mit steigenden Notierungen. Maschmeyer geht davon aus, dass die Aktie vorerst steigen wird. Aber im Herbst, wenn die Sperrfrist ablaufe, in der Altaktionäre ihre Anteile nur eingeschränkt verkaufen dürfen, „wird die Aktie unter dem Emissionspreis liegen“, so Maschmeyer bei RTL und ntv.
Anleger warnte er vor übertriebenen Versprechungen. „Wenn ich zu viel Story erzähle, zu viel verspreche, was ich nicht halten kann, dann werden viele Anleger enttäuscht sein. Und das werden wir hier auch erleben“, sagte Maschmeyer den Sendern RTL und ntv.
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