Ein möglicher Beitritt Kanadas zur Europäischen Union spielt in der deutschen Bundesregierung derzeit keine vorrangige Rolle. Regierungssprecher betonen zugleich die bereits enge Zusammenarbeit zwischen Kanada und der EU und verweisen auf bestehende transatlantische Strukturen sowie das Freihandelsabkommen. In Kanada wird der EU-Beitritt nach einer Umfrage jedoch zunehmend als Option diskutiert.
Ein möglicher EU-Beitritt Kanadas steht nach Angaben der Bundesregierung aktuell nicht zur Entscheidung an. Ein Sprecher betonte zugleich, dass ein solcher Schritt von deutscher Seite nicht grundsätzlich ausgeschlossen werde.
Bundesregierung verweist auf enge Partnerschaft
Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte am Mittwoch auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur: „Ein Beitritt Kanadas ist nicht oberste Priorität“. Kanada und die EU würden jedoch bereits jetzt „ein enorm enges Verhältnis“ pflegen, so Kornelius.
Er verwies dabei auf die Nato-Mitgliedschaft sowie die Einbindung Kanadas „in viele transatlantische Beziehungen“. Zudem hob er die wirtschaftliche Kooperation hervor: „Wir haben durch das Freihandelsabkommen eine große Bandbreite an Optionen der Kooperation miteinander geschaffen und auf diesem Weg werden wir weitergehen“, sagte Kornelius der dts Nachrichtenagentur.
Diskussion über EU-Beitritt in Kanada
Auslöser der aktuellen Debatte waren Äußerungen von Finnlands Präsident Alexander Stubb bei einem Besuch in Kanada. Er sagte nach Angaben der dts Nachrichtenagentur, er könne sich „eine deutlich größere Europäische Union vorstellen“ und ergänzte: „Ob Kanada ein Teil davon ist oder nicht, muss es selbst entscheiden“.
In Kanada selbst stößt die Idee eines möglichen EU-Beitritts auf Interesse in der Bevölkerung. Laut einer aktuellen Umfrage der kanadischen Tageszeitung "The Globe and Mail" sind knapp 60 Prozent aller Kanadier dafür, dass ein Beitritt Kanadas zur Europäischen Union geprüft wird.
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