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Niedrige Tagesgeldzinsen lassen viele Sparer nach Alternativen suchen, die mehr Rendite versprechen. P2P-Kredite rücken dabei regelmäßig in den Blick. Eines der bekanntesten Produkte in diesem Segment ist Bondora Go & Grow, ein Anlageprodukt der estnischen P2P-Plattform Bondora, das eine feste Zielrendite von aktuell 6 Prozent pro Jahr bei täglicher Verfügbarkeit bietet – ganz ohne manuelle Kreditauswahl.
Ob sich das Produkt lohnt, hängt vor allem davon ab, wie Anleger Rendite, Liquidität und das fehlende Sicherungssystem gegeneinander abwägen. Der folgende Überblick ordnet ein, was hinter dem Produkt steckt, wie es funktioniert und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind.
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Was ist Bondora Go & Grow?
Bondora Go & Grow ist ein Anlageprodukt der estnischen P2P-Plattform Bondora, die 2008 in Tallinn gegründet wurde. Über das 2018 eingeführte Produkt investieren Anleger in ein breit gestreutes Kreditportfolio und erhalten dafür eine feste Zielrendite bei täglicher Verfügbarkeit. Bondora zählt mit einer sechsstelligen Zahl registrierter Investoren und einem verwalteten Vermögen im dreistelligen Millionenbereich zu den größten Anbietern im europäischen P2P-Markt.
Eine ausführliche, seit Jahren gepflegte Einordnung aus Anlegersicht liefert der P2P-Blogger Denny Neidhardt, der in seinen Bondora Go and Grow Erfahrungen Funktionsweise, Rendite und Risiken des Produkts detailliert bewertet. Kern von Go & Grow sind eine im Vorfeld festgelegte Zielrendite, tägliche Zinsgutschrift, einfache Bedienung ohne manuelle Kreditauswahl und eine breite Diversifikation über eine große Zahl von Kreditnehmern.
So funktioniert das Investment
Für die Nutzung ist eine Registrierung auf der Bondora-Webseite nötig. Voraussetzung sind ein Mindestalter von 18 Jahren und ein Wohnsitz in der Europäischen Union, Norwegen oder der Schweiz. Nach der Kontoeröffnung erfolgt die Einzahlung per SEPA-Überweisung; je nach Bank kann die Gutschrift einige Werktage dauern.
Die eingezahlten Beträge werden automatisch in das Kreditportfolio investiert, die Zinsen dann täglich gutgeschrieben. Anleger können Ziele mit Name und Zielbetrag anlegen, um den Fortschritt zu verfolgen. Auszahlungen sind in der Regel kurzfristig und in vollem Umfang möglich, wobei Bondora pro Abhebung eine pauschale Gebühr von einem Euro berechnet. Seit April 2026 wird das Produkt von der eigenständigen Rechtsträgerin Go&Grow OÜ betrieben; am Modell ändert das operativ nichts.
Rendite und Risiko im Überblick
Von der Einführung 2018 bis zum Frühjahr 2025 lag die beworbene Zielrendite bei 6,75 Prozent pro Jahr. Zum 1. April 2025 wurde sie auf 6 Prozent gesenkt. Diese Rendite ist nicht garantiert und kann nach Angaben von Bondora an die Marktbedingungen angepasst werden.
Entscheidend für die Risikoeinschätzung ist die fehlende Absicherung: Go & Grow verfügt weder über eine produktspezifische Regulierungslizenz noch über eine Einlagensicherung. Anlegergelder werden nach Angaben von Bondora auf segregierten Kundenkonten verwahrt und sind damit von den Betriebsmitteln der Plattform getrennt. Anders als bei Bankeinlagen besteht jedoch kein Anspruch auf Entschädigung durch ein Einlagensicherungssystem; das investierte Kapital unterliegt einem realen Verlustrisiko. Als Kritikpunkt gilt zudem, dass Bondora keine detaillierten Performance-Kennzahlen zum zugrundeliegenden Kreditportfolio veröffentlicht.
Was P2P-Erfahrungen zeigen
Ein Blick auf langjährige Beobachter hilft bei der Einordnung. Der P2P-Blogger Denny Neidhardt betreibt den spezialisierten Blog rethink-p2p seit einigen Jahren und ist nach eigenen Angaben selbst bei Bondora Go & Grow investiert. Er begleitet das Produkt seither aus Anlegersicht und benennt sowohl positive Aspekte wie die einfache Handhabung und die hohe Liquidität als auch kritische Punkte wie die fehlende Portfolio-Transparenz.
Für die Stabilität der Unternehmensgruppe sprechen die Geschäftszahlen. Nach dem KPMG-geprüften IFRS-Geschäftsbericht 2025 stieg der Umsatz um 19 Prozent auf 62,7 Mio. Euro, das Kreditportfolio wuchs um 16 Prozent auf 697 Mio. Euro, und die Gruppe erwirtschaftete einen Nettogewinn von 9,5 Mio. Euro. Die Bondora-Gruppe arbeitet nach eigenen Angaben seit 2017 durchgängig profitabel.
Fazit
Bondora Go & Grow richtet sich vor allem an Einsteiger, die unkompliziert in P2P-Kredite starten wollen, sowie an Anleger mit hohem Bedürfnis nach kurzfristiger Verfügbarkeit. Die feste Zielrendite von 6 Prozent liegt deutlich über typischen Tagesgeldangeboten, ist jedoch nicht garantiert und ohne Einlagensicherung mit einem höheren Risiko verbunden.
Wer die fehlende Regulierung und die eingeschränkte Transparenz gegen die lange Markthistorie und die durchgehende Profitabilität der Bondora-Gruppe abwägen möchte, findet in spezialisierten Erfahrungsberichten eine fundierte Grundlage. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar.