Der Wasserstand des Bodensees ist auf ein historisches Tief für die Jahreszeit gesunken.
Die Folgen des Niedrigwassers sind bereits sichtbar. Vor der Insel Reichenau ist der Seegrund an einigen Stellen freigelegt, wie sowohl t-online als auch die Welt berichten. Zudem können die Ausflugsschiffe der Weißen Flotte die Landestelle Mannenbach auf der Schweizer Seeseite derzeit nicht mehr anfahren. Weitere Einschränkungen für die Schifffahrt gibt es nach Angaben der Bodensee-Schiffsbetriebe jedoch noch nicht. Ein Allzeitrekord ist der aktuelle Pegelstand dennoch nicht: Die niedrigsten Werte werden üblicherweise im Winter gemessen, wie die Welt unter Berufung auf die LUBW erklärt. Am 9. Februar dieses Jahres lag der Pegel bei 276 Zentimetern.
Blaualgen warnen vor Badestopp am Bodensee
Auch in anderen Regionen am Bodensee macht sich die Trockenheit bemerkbar. In Lindau hat das Gesundheitsamt für einen Teil des Sees eine amtliche Badewarnung ausgesprochen, wie der SWR berichtet. Grund dafür sind grün-braune Schleimklumpen auf der Wasseroberfläche des Kleinen Sees, verursacht durch benthische Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt. Diese können beim Menschen Hautentzündungen und Durchfall auslösen und sind für Hunde lebensgefährlich. In Radolfzell sorgt der niedrige Wasserstand dafür, dass Boote ihre Liegeplätze kaum noch erreichen. Für viele Bootsbesitzer ist die Saison damit bereits beendet, wie Jan Herzog, Vorstandsmitglied im Yachtclub Radolfzell, dem SWR mitteilte.
Niedrigwasser beendet Bootsaison am Bodensee
Die Trockenheit betrifft nicht nur den Bodensee, sondern auch andere Gewässer in der Region. In Franken fürchten Landwirte bereits Ernteausfälle, falls es in den kommenden zwei Wochen nicht regnet, wie t-online unter Berufung auf den Bauernverband berichtet. Die Dürre hat zudem Auswirkungen auf die Tierwelt, da die hohen Wassertemperaturen und der sinkende Sauerstoffgehalt den Lebensraum im und am See belasten.
