Eberl nennt WM-Verkaufspläne „beschämend“ und unterstützt mögliche UEFA-Boykott-Diskussion.
Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern München, hat die Pläne der FIFA scharf kritisiert, Anteile an Groß-Events wie der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. „Ich finde es beschämend. Ich schäme mich dafür, dass wir über solche Gedanken reden“, sagte Eberl am Mittwoch bei der Vorstellung von Neuzugang Nathaniel Brown, wie sport1.de und merkur.de übereinstimmend berichten. Der Fußball gehöre nicht der FIFA, sondern sei ein Spiel, das es zu bewahren gelte. Stattdessen habe er den Eindruck, der Weltverband agiere nur noch profitorientiert: „Mich ekelt das an.“
FIFA plant Milliarden-Deal mit Investoren
Die FIFA bestätigte am Dienstag, über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) Beteiligungen an der WM veräußern zu wollen. Laut badische-zeitung.de könnte der Deal Investoren rund 20 Prozent der Anteile an einem Unternehmen einbringen, dessen Wert auf 20 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Die FIFA betont, die sportliche und regulatorische Hoheit über den Fußball behalten zu wollen. Kritiker wie der europäische Dachverband UEFA sehen darin jedoch einen Angriff auf die Integrität des Sports. Die UEFA kündigte eine Dringlichkeitssitzung an, um über mögliche Gegenmaßnahmen zu beraten – darunter auch ein Boykott der WM, wie mehrere Medien berichten.
Bayern-Boss warnt vor WM-Boykott
Eberl zeigte sich offen für eine gemeinsame europäische Haltung. „Ich bin kein Freund von Boykott, sondern eher von Dialog. Aber wenn es so weit kommt, dann bin ich tatsächlich auch dafür, dass wir als Europa starke Stirn bieten und sagen: ‚Da machen wir nicht mit‘“, zitiert ran.joyn.de den Bayern-Verantwortlichen. Auch andere Fußballpersönlichkeiten wie Matthias Sammer (Borussia Dortmund) oder Trainer Florian Kohfeldt (Darmstadt 98) äußerten sich kritisch. Sammer warnte vor Eingriffen in die „emotionale Glaubwürdigkeit des Fußballs“, Kohfeldt bezeichnete die Pläne als „Vollkatastrophe“.
Die zentralen Punkte im Überblick
Die UEFA betonte in einer Stellungnahme, die Pläne überschritten eine „Grenze, die für den Fußball verantwortliche Institutionen niemals überschreiten dürften“. Der englische Fußball-Verband kritisierte zudem das Fehlen transparenter Verfahren. Laut badische-zeitung.de könnte die FIFA den Verbänden bei Zustimmung bis zu 40 Millionen US-Dollar pro Jahr anbieten – was von UEFA-Seite als „reine Bestechung“ bezeichnet wurde. Die FIFA selbst äußerte sich dazu nicht.
Infantino rechtfertigt Deal mit Demokratieargument
Infantino argumentiert, der Deal diene der „Demokratisierung des Fußballs weltweit“ und soll vor allem kleineren Verbänden höhere Einnahmen ermöglichen. Schon 2018 scheiterte ein ähnlicher Investoren-Plan für eine neue Club-WM am Widerstand der UEFA. Damals setzte sich der europäische Dachverband durch. Ob dies diesmal gelingt, bleibt abzuwarten, da viele kleinere FIFA-Mitglieder die finanziellen Vorteile begrüßen könnten.