Die unter dem Titel „Verstummte Stimmen“ geplante Gedenkveranstaltung für ermordete jüdische Musiker soll nun doch wie zunächst vorgesehen zum Auftakt der Bayreuther Festspiele stattfinden. Festspielleiterin Katharina Wagner hat sich bei Publizist Michel Friedman für die zuvor mit Sicherheitsbedenken begründete Absage entschuldigt und den ursprünglichen Plan wieder in Kraft gesetzt.
Bayreuther Festspiele kehren zu ursprünglicher Planung zurück
Die Gedenkveranstaltung „Verstummte Stimmen“ war für den 26. Juli zum Auftakt der Bayreuther Festspiele geplant, wurde jedoch zunächst abgesagt. Eine Woche nachdem die Geschäftsführung dem im September eingeladenen Publizisten Michel Friedman mitgeteilt hatte, dass die Veranstaltung wegen Sicherheitsbedenken nicht stattfinden könne, kam es nun zu einer Kehrtwende.
Festspielleiterin Katharina Wagner entschuldigte sich in einem persönlichen Gespräch bei Friedman und sagte zu, dass das Konzert wie ursprünglich geplant stattfinden soll. Es sei ihr wichtig, „der schrecklichen Dinge zu gedenken, mit denen die Festspielgeschichte fatal verknüpft ist“, schrieb sie Friedman zudem in einem Brief, über den die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitagausgabe) berichtet.
Friedman würdigt Kurswechsel
Friedman hatte die Absage der Veranstaltung zuvor scharf kritisiert und den Verweis auf Sicherheitsbedenken einen „Offenbarungseid“ genannt. Nun stufte er Wagners Worte als ernsthaft und glaubwürdig ein. „Wenn sich jemand bewegt, sollte man sich mitbewegen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.
Gedenken statt Jubelfeier
Die Bayreuther Festspiele feiern in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass sollte Friedman zum Auftakt der Festspiele in einer Rede den Antisemitismus des Komponisten Richard Wagner, die Nähe seiner Nachkommen zum Naziregime und die spätere schleppende Aufarbeitung thematisieren. „Eine reine Jubelfeier wäre für mich unerträglich“, schrieb Wagner in ihrem Brief an Friedman.
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