Beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) scharfe Kritik von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth an europäischen Bündnispartnern zurückgewiesen. In einer nichtöffentlichen Sitzung des Nordatlantikrats plädierte Pistorius für mehr europäische Verantwortung innerhalb der Nato, warnte jedoch zugleich vor öffentlicher Bloßstellung unter Alliierten.
Pistorius fordert stärkere europäische Rolle
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) reagierte nach Angaben des Magazins „Spiegel“ als erster Redner in der geschlossenen Sitzung des Nordatlantikrats auf das zuvor öffentlich übertragene Eingangsstatement von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. Der Verteidigungsminister erklärte demnach, die Nato müsse europäischer werden, um transatlantisch bleiben zu können. Er wolle aber festhalten, dass die Alliierten in Europa willens und fähig seien, mehr Verantwortung zu übernehmen. Pistorius mahnte, die Bündnispartner müssten bei der Umverteilung der Lasten schnell und verantwortungsvoll vorgehen.
Kritik an öffentlichem „Naming and Shaming“
Pistorius kritisierte Hegseth laut „Spiegel“ zugleich mit deutlichen Worten. Die Nato-Staaten müssten zusammenstehen, sagte er. Es sollte unter Alliierten kein öffentliches Naming and Shaming geben. Die Alliierten dürften ihre Differenzen nicht vor dem Gegner zur Schau stellen.
Hegseth moniert Verhalten von Bündnispartnern
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor eine Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa angekündigt. Er begründete dies unter anderem damit, dass Alliierte im Zuge des Krieges gegen Iran den USA die Nutzung von Militärstützpunkten und Häfen verwehrt habe, ebenso wie Überflugrechte. Das Verhalten mancher Alliierter nannte er „beschämend“. Zudem monierte er, dass noch nicht alle Nato-Partner die auf dem Gipfeltreffen in Den Haag vor einem Jahr vereinbarten Ziele für die Höhe der Verteidigungsausgaben erreicht hätten.
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