Wenige Tage vor der Eröffnung eines neuen Chemiewerks in China dämpft BASF-Chef Markus Kamieth die Erwartungen an eine schnelle Rendite der Milliardeninvestition. Der Manager rechnet wegen eines überversorgten Marktes mit zunächst deutlich geringerer Profitabilität, verteidigt aber zugleich die strategische Entscheidung für den Standort China.
BASF-Chef rechnet mit verzögertem Renditezeitpunkt
Markus Kamieth, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns BASF, geht davon aus, dass sich das neue Werk in China später als ursprünglich geplant für den Konzern auszahlen wird. „Wir starten in einem überversorgten Markt, in dem die Preise und Margen auf einem historisch niedrigen Niveau liegen“, sagte Kamieth der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Die Profitabilität wird in den ersten Jahren daher deutlich unter dem sein, was wir uns ursprünglich vorgestellt hatten.“
Grundsätzlich verteidigte Kamieth die Entscheidung für den Bau des neuen Werks. Daran änderten nach seinen Worten nicht einmal geopolitische Risiken wie die Gefahr eines Kriegs um Taiwan etwas. „Wenn wir aufhören, in China zu investieren, ziehen wir uns aus der Hälfte des Weltmarkts zurück. Dieses Szenario ist für mich deutlich risikoreicher als eine Investition in China“, sagte der BASF-Chef der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
Eingeschränkte Auswirkungen des Irankriegs
Zu den Folgen des Irankriegs und der Blockade der Straße von Hormus für BASF äußerte sich Kamieth zurückhaltend. „Aktuell sind die Auswirkungen noch überschaubar. Die Straße von Hormus stellt für uns derzeit keinen unmittelbaren Engpass für Rohstoffe oder den weltweiten Produktvertrieb dar“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
Größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte
Der neue Standort in Zhanjiang im Süden Chinas, der am kommenden Donnerstag eröffnet werden soll, hat nach Auskunft von BASF rund 8,7 Milliarden Euro gekostet. Es handelt sich um die größte einzelne Investition in der Geschichte des 1865 gegründeten Unternehmens. Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ betonte Kamieth, dass der Konzern langfristig gleichwohl nirgendwo so viel Geld investiere wie am Stammwerk in Ludwigshafen. Das bleibe auch in Zukunft so.
Der neue Standort sei zudem nicht dazu da, jüngst stillgelegte Anlagen in Ludwigshafen zu ersetzen. „Wir verlagern nichts nach China“, sagte Kamieth der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
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