Die Stadtwerke Osnabrück haben ihr Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlich verbesserten Ergebnis abgeschlossen – und gleichzeitig so viel investiert wie nie zuvor. Mit einem Jahresüberschuss von rund 21,5 Millionen Euro sehen sich die Verantwortlichen wirtschaftlich stabiler aufgestellt und besser gerüstet für kommende Herausforderungen.
Ergebnis über Plan – trotz schwierigem Umfeld
Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Stadtwerke ihr Konzernergebnis erneut steigern. Der Jahresüberschuss liegt sowohl über den eigenen Planungen als auch über dem Vorjahreswert.
„Wir haben uns weiter stabilisiert und unsere wirtschaftliche Basis gestärkt – und das durch eine konsequentere Steuerung unseres Geschäfts über alle Bereiche hinweg“, sagt der Vorstandsvorsitzende Daniel Waschow. „Das ist eine wichtige Voraussetzung, um für die Menschen in der Stadt und der Region verlässlich wirken zu können.“
Zum Ergebnis beigetragen haben erneut Ausgleichszahlungen der Stadt Osnabrück für die dauerhaft defizitären Bereiche öffentlicher Nahverkehr und Bäder. Ohne diese Unterstützung bewegt sich das operative Ergebnis zwar weiterhin knapp unter der Gewinnschwelle – fiel aber deutlich besser aus als erwartet.
Busse, Bäder und Energiegeschäft entwickeln sich positiv
Obwohl die Umsätze im Energievertrieb wegen sinkender Absatzmengen und Preise zurückgingen, entwickelte sich das operative Geschäft insgesamt besser als geplant. Nach Angaben der Stadtwerke sorgte insbesondere eine gezieltere Steuerung beim Energieeinkauf für bessere Ergebnisse. Auch beim Personalaufwand blieben die Kosten trotz gestiegener Tarifabschlüsse unter den Erwartungen.
Positive Entwicklungen gab es darüber hinaus im Netzgeschäft, im Energievertrieb sowie im Nahverkehr und den Bädern. Im ÖPNV wirkten sich höhere Fahrgastzahlen und geringere Kosten positiv aus. Das Nettebad verzeichnete trotz der Dauerbaustelle im Umfeld mehr Besucher als geplant.
112 Millionen Euro für Infrastruktur
Parallel zum verbesserten Ergebnis haben die Stadtwerke ihre Investitionen deutlich ausgeweitet: Mehr als 112 Millionen Euro flossen 2025 in Infrastrukturprojekte – so viel wie noch nie. Investiert wurde vor allem in Strom- und Versorgungsnetze, technische Anlagen, die Trinkwasserversorgung und den Ausbau des Glasfasernetzes. Damit wollen die Stadtwerke die Leistungsfähigkeit der kommunalen Infrastruktur langfristig sichern und ausbauen.
Stadt sichert Finanzierung langfristig ab
Zusätzliche Planungssicherheit bringt ein gemeinsam mit der Stadt entwickelter Finanzierungsrahmen. Der Rat hatte bereits Ende 2024 zugesagt, strukturelle Verluste im ÖPNV und den Bädern für die kommenden zehn Jahre auszugleichen. Zusätzlich sind ab 2025 jährliche Kapitalzuführungen von bis zu 15 Millionen Euro vorgesehen.
„Es stehen in den kommenden Jahren große Investitions- und Transformationsaufgaben an“, sagt Finanzvorstand Dirk Eichholz. „Die Finanzierungszusage und die Stärkung unseres Eigenkapitals verschaffen uns den notwendigen Handlungsspielraum.“
Mit dem Ergebnis sehen sich die Stadtwerke gut aufgestellt, um den Umbau der Energie- und Wärmeversorgung weiter voranzutreiben – und gleichzeitig ihre Rolle als zentraler Versorger der Region zu sichern.
Mehr Nachrichten aus der Region?
➡️ Alle aktuellen Artikel zu Osnabrück (Gesamtstadt) finden Sie hier.
