Société-Générale-Chef Slawomir Krupa dringt auf mehr grenzüberschreitende Bankenfusionen in Europa und warnt vor einem Festhalten an nationalen Strukturen. In einem Interview betont er die wirtschaftliche Notwendigkeit einer stärkeren europäischen Integration im Bankensektor und zieht zugleich eine positive Zwischenbilanz seines Konzernumbaus.
Warnung vor „nationalem Spiel“ im Bankensektor
Slawomir Krupa, Vorstandsvorsitzender der Société Générale, hat die Bedeutung grenzüberschreitender Bankenfusionen in Europa hervorgehoben und vor einer fortgesetzten Orientierung an nationalen Strukturen gewarnt. „Entweder wir spielen weiter das nationale Spiel, dann sind wir erledigt. Oder wir beginnen zu begreifen, dass Europa für uns die einzig mögliche Option ist“, sagte Krupa der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Wirtschaftliche Logik müsse bei grenzüberschreitenden Übernahmen Vorrang haben, so Krupa gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Integration als Weg zu Relevanz und Wachstum
Krupa, der seit Februar 2025 auch Präsident des Europäischen Bankenverbandes ist, kritisierte politischen Widerstand gegen Zusammenschlüsse über Ländergrenzen hinweg. „Jeder politische Widerstand gegen grenzüberschreitende Transaktionen ist unangemessen“, sagte Krupa der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Letztlich glaube er, dass die Integration der einzige Weg sei, „um internationale Relevanz, Rentabilität, Wettbewerbsfähigkeit und auch Wachstum für Europa zu sichern“.
Umbau der Société Générale und Kritik an Bankenaufsicht
Zugleich zog der Vorstandsvorsitzende eine positive Zwischenbilanz seines Umbaus der französischen Großbank. Er habe Kapitalbasis und Effizienz gestärkt, Kosten gesenkt und die Rentabilität verbessert; die Marktkapitalisierung der Bank habe sich in seinen ersten drei Jahren im Amt verdreifacht, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Kritisch äußerte sich Krupa zur europäischen Bankenaufsicht. Er verlangte ausgewogenere Regeln sowie eine stärkere Rolle der Europäischen Zentralbank in Liquiditätskrisen. „Wenn man Integration will, braucht man eine echte Fed in Europa“, sagte Krupa der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
