Nach dem tödlichen Angriff in Stade hat der Bundesvorsitzende des Beamtenbundes (DBB), Volker Geyer, deutlich mehr Schutz für Beschäftigte im öffentlichen Dienst gefordert. Er verwies auf eine seit Jahren wachsende Zahl von Gewalttaten gegen Mitarbeiter staatlicher Einrichtungen und kritisierte eine zunehmende Verrohung der Sitten in Deutschland. Anlass sind die Tötungen von sechs Mitarbeitern einer Mutter-Kind-Einrichtung am Montag.
„Besonderen Schutz“ für Beschäftigte im öffentlichen Dienst
Volker Geyer, Bundesvorsitzender des Beamtenbundes (DBB), zeigte sich angesichts der Tat von Stade tief betroffen. „Wir sind tief erschüttert und wir sind wütend. Seit Jahren weisen wir auf die wachsende Zahl von Gewalttaten gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes hin“, sagte Geyer der „Rheinischen Post“ mit Blick auf den Vorfall, bei dem am Montag sechs Mitarbeiter einer Mutter-Kind-Einrichtung umgebracht wurden.
Die in der Einrichtung tätigen Menschen seien jene, „die für diesen Staat, die für uns alle den Kopf hinhalten“. Deshalb schulde man ihnen „besonderen Schutz“, so Geyer in der „Rheinischen Post“. Diese Verantwortung liege „zuerst“ bei Dienststellenleitern und Politikern vor Ort.
Verantwortung der Bürger und Kritik an gesellschaftlicher Entwicklung
Nicht nur Politik und Behörden, auch die Bevölkerung insgesamt sieht Geyer in der Pflicht. Es sei „auch die Verantwortung aller Bürger“. „Die Sitten in Deutschland verrohen, der Egoismus marschiert und die Gewaltbereitschaft wächst“, kritisierte der Vorsitzende des Beamtenbundes in der „Rheinischen Post“.
Forderung nach Konsequenzen und schneller Verurteilung
Mit Blick auf den mutmaßlichen Täter formulierte Geyer konkrete Erwartungen. „Was jetzt zu tun sei? Der Täter gehöre zügig verurteilt und eingesperrt“, sagte er der „Rheinischen Post“.
Zugleich verlangte er eine sorgfältige Aufarbeitung der Ereignisse. „Die Hintergründe müssten geklärt und dann müssten daraus konkrete Schlussfolgerungen gezogen werden, für die Sicherheit in staatlichen Dienststellen, für die Organisation der sozialen Arbeit und für die gesellschaftliche Gewaltprävention“, mahnte Geyer in der „Rheinischen Post“.
