Ein Buckelwal liegt seit Montag vor Timmendorfer Strand fest. Ein Bagger soll helfen.
Seit Montag liegt ein Buckelwal auf einer Sandbank vor Niendorf in der Lübecker Bucht fest. Alle bisherigen Rettungsversuche sind gescheitert, doch nun soll ein großer Schaufelbagger helfen, das Tier zu befreien. Der Bagger und ein Ponton trafen am Mittwochnachmittag ein und wurden montiert, wie der NDR berichtet. Die Rettungsaktion soll am Donnerstag starten, da es am Mittwochabend zu dunkel war. Ein weiterer Bagger soll von Land aus unterstützen, sagte Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister der Gemeinde Timmendorfer Strand, zu der auch Niendorf gehört. Der Wal ist zwischen 12 und 15 Metern lang und wiegt geschätzt rund 15 Tonnen, wie Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) angab.
Verirrt in der Ostsee stirbt Buckelwal langsam
Die Haut des Wals ist durch den geringen Salzgehalt der Ostsee stark in Mitleidenschaft gezogen, und Seevögel picken auf dem Tier herum. Experten vermuten, dass es sich um einen jungen Walbullen handelt, der auf Wanderschaft war und sich möglicherweise in der Ostsee verirrt hat. Es könnte auch sein, dass der Wal die Sandbank bewusst angesteuert hat, um sich auszuruhen oder zu sterben, wie ein Sprecher der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd und Verena-Platt-Till, Meeresschutzreferentin beim BUND SH, vermuten. Buckelwale leben normalerweise im Nordatlantik, Nordpazifik oder Südpolarmeer und ernähren sich von Krill und kleinen Fischen. In der Ostsee gibt es für sie nicht genug Nahrung, und der niedrige Salzgehalt belastet Haut und Stoffwechsel der Tiere.
Rettung scheitert an aggressivem Walverhalten
Laut dem Abendblatt ist der Wal etwa zehn Meter lang und wurde von Passanten entdeckt. Die Polizei hat den Bereich abgesperrt, und Experten des ITAW haben das Tier begutachtet. Die Rettung des Wals gestaltet sich schwierig, da das Tier bei einem Rettungsversuch mit Seilen um sich schlagen und die Einsatzkräfte gefährden könnte. Zudem könnte der Wal durch sein eigenes Gewicht innere Verletzungen erleiden, wie Prof. Ursula Siebert von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover erklärt.
Bagger soll Wal aus Sandbank befreien
Ein Saugbagger, der am Dienstag zum Einsatz kam, scheiterte am festen Sand. Nun soll ein größerer Bagger einen etwa 1,50 bis 2,50 Meter tiefen Graben über eine Strecke von rund 50 Metern baggern, damit der Wal ins tiefere Wasser gelangen kann. Die Rettungsversuche sind ein Wettlauf gegen die Zeit, da der Wal ohne Nahrung schwächer wird und seine Organe durch das eigene Gewicht belastet werden. Die Einsatzkräfte hoffen, dass der Wal sich mit Hilfe des Baggers befreien kann und ins tiefere Wasser gelangt. Die Situation wird weiterhin von Experten überwacht, und weitere Rettungsversuche sind geplant.
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