Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, fordert von der Bundesregierung innerhalb der kommenden vier Wochen tiefgreifende Reformbeschlüsse. Hintergrund sind nach Angaben Dulgers eine massiv gewachsene Unzufriedenheit in der Wirtschaft sowie Sorgen vor einer weiteren Eintrübung der wirtschaftlichen Lage, über die die „Bild“ und eine Forsa-Umfrage für die BDA berichten.
Arbeitgeberpräsident dringt auf schnellen „Befreiungsschlag“
Nach dem Treffen mit den Koalitionsspitzen und Gewerkschaften mahnte Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), gegenüber der „Bild“ zügige Entscheidungen an: „Alle Seiten betonen ihre Reformbereitschaft – daraus müssen jetzt Reformen werden.“ Man stehe jetzt wie bei der WM in der Vorrunde, so Dulger weiter. Bis zum Finale Mitte Juli müssten die Reformen stehen. Vor der Sommerpause müsse es einen Befreiungsschlag für die Betriebe geben.
Die Unzufriedenheit der Wirtschaft mit der Bundesregierung sei massiv, das zeigten die Zahlen, sagte Dulger laut „Bild“. Jede Woche verliere Deutschland gute Arbeitsplätze. Das könnten die Regierungsparteien nicht weiter ignorieren. Sie seien in der Pflicht, sie müssten die Stimmung drehen, so Dulger.
Zugleich betonte Dulger laut „Bild“ das Potenzial der Unternehmen: Die Wirtschaft könne das Ruder herumreißen. Die Unternehmen hätten innovative Geschäftsmodelle, kluge Köpfe und fleißige Beschäftigte. Die Politik müsse sie nur freilassen.
Mehrheit der Unternehmer rechnet mit Eintrübung
Wie die „Bild“ weiter unter Berufung auf eine Forsa-Umfrage für die BDA schreibt, befürchten aktuell 60 Prozent der Unternehmenschefs, dass sich die wirtschaftliche Lage im zweiten Halbjahr 2026 weiter eintrübt. Ende November hatten 51 Prozent mit einer weiteren Eintrübung gerechnet.
94 Prozent der Unternehmer finden der „Bild“ zufolge, dass Schwarz-Rot zu wenig tue, um die Lage zu verbessern. Als größten Bremsklotz für einen Aufschwung sehen 85 Prozent der Firmen die große Bürokratie. 76 Prozent der Befragten nennen als weiteren Grund die Unsicherheit über politische Reformen für Wirtschaft und Sozialstaat, 72 Prozent beklagen zu hohe Arbeitskosten.
Bürokratie als zentrales Hemmnis
Den von Forsa für die BDA erhobenen Zahlen zufolge steht insbesondere die Bürokratie massiv in der Kritik der Unternehmen. Die „Bild“ berichtet, dass die große Bürokratie von einer deutlichen Mehrheit der Firmen als größter Bremsklotz für einen wirtschaftlichen Aufschwung betrachtet wird. Daneben wiegen für viele Unternehmenschefs die Unsicherheit über politische Reformen sowie die als zu hoch empfundenen Arbeitskosten schwer.
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