Minja Marinković taucht 85 Meter tief – doch der Rekord zählt nicht.
Der Münchner Apnoetaucher Minja Marinković hat am Starnberger See einen neuen deutschen Tieftauchrekord knapp verfehlt. Wie die Welt berichtet, tauchte der 29-Jährige mit einem Atemzug auf 85 Meter ab, verlor jedoch kurz vor der Oberfläche in etwa drei Metern Tiefe das Bewusstsein. Da der Taucher aus eigener Kraft und bei vollem Bewusstsein auftauchen muss, um den Rekord anzuerkennen, blieb der Versuch ohne offizielle Bestätigung durch die Wettkampfrichter des Verbandes Aida International. Marinković wurde von einem Sicherungstaucher geborgen, kurzzeitig beatmet und war schnell wieder bei Bewusstsein. Er betonte, es gehe ihm gut und der Vorfall sei nicht dramatisch. Scheitern gehöre im Sport dazu, sagte er laut Welt und idowa.
Neuer Tiefenrekord im Free Immersion
Der bisherige deutsche Rekord in der Disziplin Free Immersion lag bei 80 Metern und stammte aus dem Jahr 2011. Im Meer hat Marinković bereits 100 Meter Tiefe erreicht, wie idowa berichtet. Die Herausforderungen in Seen sind besonders groß: Absolute Dunkelheit und Wassertemperaturen von nur vier Grad Celsius in der Tiefe erschweren den Tauchgang. Zudem wirkt in 80 Metern Tiefe ein Druck von neun Bar auf den Körper, die Luft in der Lunge wird auf ein Neuntel komprimiert.
Training und Technik entscheiden über Erfolg
Marinković hatte sich wochenlang auf den Versuch vorbereitet und im Training bereits Tiefen von über 80 Metern erreicht. Technische Verzögerungen und Schlafmangel könnten laut idowa zu seiner verminderten Leistungsfähigkeit beigetragen haben. Trotz des gescheiterten Rekordversuchs zeigte sich der Taucher zufrieden und kündigte an, es bald erneut zu versuchen. Seine Familie und Freunde, die den Versuch live verfolgen konnten, unterstützten ihn dabei.
Sicherheitssysteme begrenzen Risiken beim Apnoetauchen
Die Sicherheit beim Apnoetauchen ist von zentraler Bedeutung. Neben mehreren Sicherungstauchern und einer Ärztin wurden Sonar und ein Gegengewichtssystem eingesetzt, um den Tauchgang zu überwachen. Die Hauptgefahr besteht in einer Bewusstlosigkeit durch Sauerstoffmangel, die bei unkontrollierten Bedingungen tödlich enden kann. Wettkampfrichter Nils Heininger von Aida Deutschland bezeichnete die Leistung Marinkovićs dennoch als „krasse Leistung“, wie idowa zitiert.