Airbus-Verwaltungsratschef René Obermann hat das Aus für das deutsch-französische Rüstungsprojekt FCAS als notwendigen Schritt bezeichnet. Das Ende der Zusammenarbeit beim geplanten Kampfjet bringe zwar Reputationsschäden mit sich, eröffne nach seiner Einschätzung aber auch neue Chancen.
Obermann verteidigt Projektstopp
René Obermann, Verwaltungsratschef von Airbus, hat das jüngst beschlossene Aus für das deutsch-französische Rüstungsprojekt FCAS verteidigt. „Der Stopp ist der richtige Schritt, weil er Ehrlichkeit ans Licht bringt, wenn auch schmerzhaft“, sagte Obermann dem „Focus“.
FCAS steht für Future Combat Air System, zu dem nicht nur ein neuer Kampfjet gehört hätte. „Beim Kampfflugzeug als einem zentralen Element von FCAS getrennte Wege zu gehen, sehe ich sogar als Chance“, so Obermann. Einige Entwicklungen aus dem Projekt blieben nach seinen Worten weiterhin brauchbar.
Reputationsschaden für Zusammenarbeit
Zugleich räumte der frühere Telekom-CEO und Airbus-Chefkontrolleur negative Folgen des Projektendes ein. „Die deutsch-französische Zusammenarbeit hat durch das Kampfjet-Aus natürlich weiteren Reputationsschaden genommen“, erklärte er laut „Focus“. Obermann sagte, man solle sich das nicht schöntrinken, aber auch nicht dramatisieren.
Kritik an Strukturen in der EU
Möglicherweise hätte man das gleich zu Anfang 2017 durch ein anderes Konstrukt vermeiden können, so Obermann gegenüber dem „Focus“. Generell gebe es in der EU seit langem eine Art „deep defence nationalism“, der leider nur sehr langsam anfange zu bröckeln.
