Der Dax hat am Donnerstag nach zunächst verhaltenem Handel bis zum Mittag ins Plus gedreht. Der Leitindex wurde gegen 12:30 Uhr mit rund 25.210 Punkten berechnet und lag damit 0,7 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag. Auch der britische Leitindex FTSE 100 legte zu, während sich Euro und Gold verteuerten und der Ölpreis deutlich nachgab.
Dax profitiert von Sektorrotation
Am Donnerstagmittag kletterte der Dax nach einem schwachen Start in die Gewinnzone. Gegen 12:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit rund 25.210 Punkten berechnet, was einem Plus von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vortag entspricht.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, erklärte dazu: „Der Dax profitiert heute von der geringen Gewichtung der reinen Technologieunternehmen“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „Die Aktie von Infineon liegt zwar am Indexende und wird von den Gewinnmitnahmen bei den anderen Halbleiteraktien angesteckt. Dafür aber greifen die Anleger in Frankfurt unter anderem bei den Anteilsscheinen von Bayer zu, die nach dem gerichtlichen Befreiungsschlag eine neue Unternehmensstruktur anstreben, um die Aktivitäten im Bereich Pflanzenschutz besser bündeln zu können. Ebenfalls gesucht sind die Autobauer.“
Weiter sagte Lipkow: „Die Investoren sehen derzeit attraktive Einstiegsniveaus in zyklischen Branchen, die zuletzt weniger nachgefragt wurden, da sie eine hohe konjunkturelle Abhängigkeit besitzen. Die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Belebung treibt jetzt die Rotation voran. Dadurch schieben sich auch Banken und Finanzwerte mit auf die Gewinnerliste. Wenn die Wall Street am Nachmittag mitspielt, könnte dem Index vielleicht heute ein nachhaltiger Sprung über die Marke von 25.000 Punkten gelingen.“
Gewinne auch am britischen Aktienmarkt
Auch an der Londoner Börse legten die Kurse zu. Lipkow sagte: „Der FTSE 100 wird ebenfalls in die Gewinnzone geschoben und notiert derzeit bei 10 530 Punkten. In London gehen die Anleger auf Schnäppchenjagd und werden unter anderem in den Sektoren Maschinenbau und Handel fündig. Die Hoffnung auf eine lockerere Geldpolitik nach den Aussagen verschiedener Notenbanker belastet zwar die Finanzwerte, hilft jedoch den klassischen zyklischen Branchen. Die Kursgewinne bei einer Vielzahl von Aktien im Index gleichen die Kursverluste bei den schwergewichtigen Rohöl- und Bankenwerten aus. Auch die Aktien aus den Telekommunikations- und Pharmabranchen werden heute stärker nachgefragt“, sagte Lipkow.
Stärkerer Euro, festes Gold, schwächeres Öl
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Donnerstagnachmittag fester. Ein Euro kostete 1,1409 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8765 Euro zu haben.
Der Goldpreis legte ebenfalls zu. Am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.067 US-Dollar gezahlt, ein Plus von 0,9 Prozent. Das entspricht einem Preis von 114,60 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis gab hingegen deutlich nach. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 70,63 US-Dollar, 94 Cent oder 1,3 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
