BKA zählt 410 islamistische Gefährder – Debatte über Überwachung und Prävention
Nach dem tödlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin wird in Deutschland über den Umgang mit islamistischen Gefährdern diskutiert. Das Bundeskriminalamt (BKA) gibt an, aktuell 410 Menschen als islamistische Gefährder einzustufen, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf einen BKA-Sprecher berichtet. Diese Personen werden dem Bereich des islamistischen Terrorismus oder Extremismus zugeordnet. Zum Vergleich: Im Bereich Rechtsextremismus sind es 65 Gefährder, im Linksextremismus 17. Als Gefährder gelten Menschen, denen größere Gewalttaten wie Anschläge zugetraut werden.
Gefährder-Einstufung hängt von Einzelfällen ab
Die Einstufung erfolgt durch die Bundesländer und unterliegt Schwankungen, da sie von Einzelfallentscheidungen abhängt. Das BKA betont, dass die reine Zahl der Gefährder allein keinen Aufschluss über die Gefährdungslage gebe. Der mutmaßliche Attentäter Abdul Ballout war den Behörden als Gefährder bekannt und wurde erst im Mai wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Wie die Welt berichtet, wurde er observiert und sein Telefon überwacht.
Radikalisierungsberatung erreicht neues Hoch
Zudem musste er an einem Deradikalisierungsprogramm teilnehmen. Die Beratungsstelle Radikalisierung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) verzeichnete in der ersten Hälfte dieses Jahres 165 Beratungsanfragen, was einem hohen Niveau entspricht. Im Jahr 2023 waren es insgesamt 374 Anfragen. Mehr als die Hälfte der Anfragen stammte 2025 von Institutionen wie Schulen, knapp 43 Prozent aus dem familiären Umfeld.
Berlin zählt fast 1000 gewaltbereite Islamisten
Das Durchschnittsalter der mutmaßlich radikalisierten Personen lag bei knapp 19 Jahren. Der Tagesspiegel berichtet, dass der Verfassungsschutz in Berlin knapp 2.600 Anhänger islamistischer Ideologien zählt, davon 980 als gewaltorientiert. Die Polizei in Berlin erfasst mehrere Dutzend Gefährder im Bereich religiöser Ideologie. Die Zahlen der Sicherheitsbehörden variieren je nach Definition und Erhebungsmethode.