Die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner hat für die kommende Tarifrunde im Herbst eine Nullrunde ausgeschlossen. Angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten und bereits erfolgter Zugeständnisse der Beschäftigten bei Lohn und Arbeitszeit kündigte sie eine verantwortungsvolle, aber nicht stillstehende Lohnpolitik an. Die Arbeitgeber verweisen zugleich auf eine desaströse Lage der Branche und massiven Stellenabbau seit 2018.
IG Metall bereitet Tarifrunde für 3,8 Millionen Beschäftigte vor
Die Tarifrunde für die 3,8 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie beginnt im Oktober. IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner schloss eine Nullrunde für diese Verhandlungen aus. „Viele Menschen in unseren Betrieben haben beim Lohn und bei der Arbeitszeit bereits Zugeständnisse gemacht“, sagte sie dem „Handelsblatt“. Zudem seien die Lebenshaltungskosten weiter gestiegen.
Die Arbeitgeberseite verweist nach Angaben aus der Branche auf eine desaströse Lage der Metall- und Elektroindustrie und den Verlust von 270.000 Jobs seit 2018. Vor diesem Hintergrund stehen sich unterschiedliche Bewertungen der wirtschaftlichen Situation gegenüber, die die Tarifgespräche im Herbst prägen dürften.
Unterschiedliche Entwicklungen in den Branchen
Benner betonte gegenüber dem „Handelsblatt“, dass es auch Bereiche mit erheblichem Wachstum gebe. Als Beispiele nannte sie erneuerbare Energien, Rüstung und die Flugzeugindustrie. „Nicht überall regiert der Rotstift.“ Deswegen könne am Ende mehr Differenzierung nötig sein, stellte sie in Aussicht.
Lohnforderung erst nach der Sommerpause
Die IG Metall will die konkrete Lohnforderung für die kommende Tarifrunde bewusst erst nach der Sommerpause festlegen. So wolle man in der Lage sein, auf die dann aktuelle wirtschaftliche Situation zu reagieren. „Wir werden das verantwortungsvoll machen“, versprach die Gewerkschaftschefin dem „Handelsblatt“.
Benner verwies darauf, dass die IG Metall auch 2024 eine „passgenaue, moderate Lösung“ gefunden habe. Trotz der Spannungen zwischen den Tarifparteien bleibe sie zuversichtlich: „Ich glaube an die Kraft unserer Tarifpartnerschaft, auch wenn sie im Moment sehr konfliktbeladen ist. Aber die Zeiten sind eben rau.“
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