Ausschreitungen beim DFB-Pokal: Polizei zieht Bilanz nach Chaos-Spiel
Beim DFB-Pokal-Spiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern ist es am Freitagabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Nach torlosen 90 Minuten eskalierte die Situation, als eine Rudelbildung auf dem Spielfeld die Stimmung auf den Rängen weiter anheizte. Wie die Polizei mitteilte, schossen Fans des 1. FC Kaiserslautern Feuerwerkskörper in Richtung der Haupttribüne, woraufhin Mannheimer Anhänger den Platz stürmten. Einsatzkräfte mussten eingreifen, um die Lage zu beruhigen. Zeitweise drohte der Abbruch der Partie, die schließlich in der Verlängerung mit 1:0 für Kaiserslautern endete.
35 Polizisten bei Einsatz verletzt
Laut Polizeiangaben wurden 35 Beamte leicht verletzt, darunter 33 der Bundespolizei und zwei aus Baden-Württemberg. Insgesamt 1400 Sicherheitskräfte waren im Einsatz, wie der Spiegel berichtet. 85 Personen wurden medizinisch betreut, acht davon mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei ermittelt nun wegen Beleidigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Mehrere Fans wurden festgenommen, die genaue Zahl nannte die Polizei nicht.
Polizei lobt Einsatz trotz Gewaltexzessen
Die Polizei wertete ihren Einsatz trotz der Vorfälle als erfolgreich. Polizeidirektor Michael Reichert betonte, die intensive Vorbereitung und Zusammenarbeit aller Beteiligten habe sich ausgezahlt. Auch der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel lobte die Einsatzkräfte und verurteilte die Gewalttaten. Wer Fußball als Bühne für Gewaltexzesse missbrauche, sei kein Fan, sondern ein Krimineller, erklärte er.
Die zentralen Punkte im Überblick
Mannheims Sportdirektor Mathias Schober machte die Gegner für die Eskalation verantwortlich. Er kritisierte insbesondere den Lautern-Spieler Marlon Ritter, dessen Verhalten nach einer Gelben Karte als provozierend empfunden wurde. Ritter selbst wies die Kritik zurück und betonte, dass der Sieg zähle.
DFB will Vorfälle im Fußball aufarbeiten
Der Deutsche Fußball-Bund kündigte an, die Vorfälle umfassend aufzuarbeiten. Die Berichte würden ausgewertet und den zuständigen Gremien zugeleitet. Für sicherheitsgefährdendes Verhalten gebe es im Fußball keinen Platz, hieß es in einer Stellungnahme.