Bis Mittag haben 34,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
In Sachsen-Anhalt zeichnet sich am Wahltag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab als bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren. Bis 12 Uhr hatten 34,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021 waren es nur 22,4 Prozent. Die Wahl verlaufe bisher reibungslos, hieß es in einer Pressemitteilung. Die rund 2.130 Wahllokale im Bundesland sind noch bis 18 Uhr geöffnet. Die Wahlbeteiligung wird auch international mit Spannung verfolgt, wie der Deutschlandfunk berichtet.
AfD-Frontfrau sorgt für internationale Medienpräsenz
Rund 800 Journalisten, darunter viele aus dem Ausland, wurden für die Berichterstattung akkreditiert. Besonders die mögliche Regierungsbeteiligung der AfD, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, sorgt für Aufsehen. In Umfragen lag die Partei zuletzt deutlich vorne, doch für eine absolute Mehrheit müsste sie noch zulegen. Alle anderen Parteien haben bereits erklärt, nicht mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen. Auch die AfD selbst hat eine Koalition mit anderen Parteien ausgeschlossen. Aktuell regiert in Sachsen-Anhalt eine Koalition aus CDU, SPD und FDP.
Wahlkampf in Sachsen-Anhalt unter globaler Beobachtung
Der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) gab seine Stimme am späten Vormittag in Magdeburg ab. Der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, wählte in seiner Heimatstadt Tangermünde. Beide wurden von einem großen Medienaufgebot begleitet, wie das ZDF und die Zeit berichten. Schulze zeigte sich optimistisch und betonte, die Wahl gehe um die Zukunft des Landes. Siegmund wurde von Unterstützern und Presse empfangen, darunter auch Reporter aus Dänemark, Estland und Italien. Die Wahl hat über das Bundesland hinaus politische Bedeutung.
Wirtschaft warnt vor AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt
Bundespolitisch wird vor allem das Abschneiden von CDU und SPD beobachtet, die zusammen mit der CSU die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz tragen. Beobachter rechnen im Falle von deutlichen Niederlagen mit breiten Diskussionen. Wirtschaftsexperten warnen unterdessen vor den Folgen einer möglichen AfD-Regierung. Monika Schnitzer, Chefin der Wirtschaftsweisen, sagte dem Kölner Stadtanzeiger, Sachsen-Anhalt könnte als Standort für Fachkräfte und Unternehmen an Attraktivität verlieren. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, bezeichnete eine Zuwanderungspolitik nach AfD-Vorstellungen in der Rheinischen Post als „ruinös“ für das Bundesland.